Libyen
London erwägt Einsatz von Kampfhubschraubern

Wenn Kampfhubschrauber im Einsatz sind, dann wird es gefährlich - auch für die Angreifer. Genau diese Option wollen Frankreich und Großbritannien nun in Libyen ziehen. Kritiker befürchten eine Eskalation des Krieges.
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LondonDie britische Regierung hat die Entsendung von Kampfhubschrauber nach Libyen als „Option“ bezeichnet, „die wir in Betracht ziehen“. Anders als in Paris sei in London aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen, sagte Verteidigungsstaatssekretär Nick Harvey am Dienstag im Parlament. Die Labour-Opposition hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, weil sie eine „Eskalation“ der Lage in Libyen befürchtet.

„Zur Vermeidung jeden Zweifels sage ich es noch einmal: Keine solche Entscheidung ist vom Vereinigten Königreich getroffen worden“, sagte Harvey. Dennoch erläuterte er detailreich den taktischen Hintergrund eines möglichen Einsatzes. Im Falle einer solchen Entscheidung würden die Hubschrauber auf einem Schiff stationiert und Einsätze ausschließlich aus der Luft fliegen. Es gehe lediglich um die Wahl der Mittel für das gleiche Ziel. „Darum bin ich nicht der Meinung, dass es sich um eine Eskalation handeln würde“, sagte Harvey.

Nach britischen Medienberichten will Großbritannien vier Kampfhubschrauber des Typs „Apache“ entsenden. Der Einsatz von Kampfhubschraubern wurde in zurückliegenden Konflikten häufig als Beginn für einen Krieg am Boden angesehen. Die Gefahr, dass Soldaten der Alliierten zu Schaden kommen, ist deutlich größer als bei Angriffen mit Kampfbombern.

Am Montag hatte der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet erklärt, Frankreich werde elf Kampfhubschrauber auf dem Seeweg nach Libyen schicken, um dort besser Ziele am Boden angreifen zu können. Er deutete an, Großbritannien habe ähnliche Pläne. In Großbritannien hieß es prompt, es sei nicht die Aufgabe eines französischen Verteidigungsministers, über Pläne der britischen Regierung zu reden.

Die Opposition in London hatte zuvor bemängelt, die französische Regierung wisse mehr über die militärischen Pläne Großbritanniens als das eigene Parlament. Harvey erklärte, aus militärtaktischen Gründen könne das Parlament nicht in jede Entscheidung eingeweiht werden. „Es ist eine sehr ungewöhnliche Strategie, dem Feind genau zu sagen, was man vorhat“, sagte er.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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