Libyen
Rebellen wachsen Probleme über den Kopf

Seit Monaten kämpfen die Rebellen in Libyen mit großem Erfolg. Diktator Gaddafi ist auf der Flucht. Doch auf der Zielgeraden treten neue Probleme auf und die Rebellen drohen zu scheitern.
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TripolisDie Führung der libyschen Aufständischen hat in diesen Tagen eine Mammutaufgabe zu bewältigen. Denn während das Kampfgeschehen weitergeht, verlangen die Menschen nach Wasser, Polizeischutz und einer Vision für die Zukunft.

An mehreren Fronten wird noch gekämpft. Der abgetauchte Dauermachthaber Muammar al-Gaddafi schwebt wie ein Gespenst über dem Land. Im Süden von Tripolis gibt es noch Widerstandsnester. Auf den Straßen der Hauptstadt treiben Verbrecher ihr Unwesen, die bei dem Sturm auf die Gefängnisse in den vergangenen Tagen zusammen mit den befreiten politischen Gefangenen fliehen konnten.

Menschenrechtsorganisationen sorgen sich um das Wohlergehen der Söldner und Soldaten, die von den Rebellen gefangen genommen wurden. In den Krankenhäusern fehlt es an Krankenschwestern. Mehrere Städte sind ohne Wasser. Saboteure mischen sich unter die Rebellen und beschaffen sich Waffen.

Vor dem Gebäude des Öl-Institutes im Westen von Tripolis steht an diesem heißen Augusttag eine Frau mit dem erwachsenen Sohn ihrer Nachbarin und jammert. Sie sagt, eine Gruppe von Männern habe ihr Haus geplündert, das Auto der Familie mit dem Logo der Revolutionäre besprüht und das Fahrzeug mitsamt dem geplünderten Hausrat mitgenommen. Die Kommandeure der Rebellenbrigaden, die das Gebäude zu ihrem Stützpunkt gemacht haben, schauen betreten. Helfen, tun sie ihr aber nicht. „Geh zu dem Verantwortlichen des lokalen Rebellenkomitees“, rät einer von ihnen. Doch der junge Mann erwidert: „Die Frau vermutet, dass die jungen Männer vom Komitee an der Plünderung beteiligt waren.“

Dann kommt ein Untersuchungsrichter. Er hat gehört, dass auf dem Stützpunkt Libyer und ausländische Söldner gefangen gehalten werden. Er warnt die Rebellen davor, die Gefangenen zu misshandeln, um aus ihnen Geständnisse herauszupressen. „Mach dir keine Sorgen, wir behandeln sie gut, gestern haben sie Reis zu essen bekommen und Fruchtsaft. Es war eine Bewirtung wie bei einer Hochzeit“, versichert ihm einer der Verantwortlichen.

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