Libyen: Über 40 Tote bei US-Luftschlag in Libyen

Libyen
Über 40 Tote bei US-Luftschlag in Libyen

Die USA haben mit Luftschlägen ihren Angriff auf die Terrormiliz IS in Libyen begonnen. In dem Land herrscht seit dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddadfi Chaos, die Terroristen waren zuletzt immer weiter erstarkt.

Berlin/Tripolis/WashingtonIm Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben die USA am Freitag die westlibysche Stadt Sabratha bombardiert und dabei etwa 40 Menschen getötet. Der Angriff habe einem IS- Ausbildungslager sowie einem ranghohen tunesischen Extremisten gegolten, der in Anschläge in Tunesien 2015 verwickelt gewesen sei, erklärte das US-Verteidigungsministerium. Man gehe davon aus, dass die Zerstörung des Lagers und die Ausschaltung des Extremisten unmittelbar die IS-Aktivitäten in Libyen schwächen werde. Dies gelte etwa für die Rekrutierung neuer Kämpfer und die Planung für Anschläge in der Region.

US-Flugzeuge bombardierten nach Angaben des Bürgermeister der Stadt Sabratha, Hussein al-Thwadi, gegen 3.30 Uhr Ortszeit ein Gebäude im Stadtteil Kasr Talil, in dem Arbeiter aus dem Ausland wohnten. 41 Menschen seien dabei ums Leben gekommen, sechs weitere verletzt worden. Unter den Toten seien einige Tunesier, ein Jordanier und zwei Frauen. In dem beschossenen Gebäude seien Waffen gefunden worden.

Das Haus war den Behörden zufolge unter anderem an Tunesier vermietet, die verdächtigt würden, Verbindungen zum IS gehabt zu haben. Sabratha liegt nahe der Grenze zu Tunesien und gilt im Westen auch als Gebiet, in dem der IS präsent ist. Tunesische Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass IS-Kämpfer aus ihrem Land in Lagern bei Sabratha ausgebildet worden seien. Der am Freitag getötete Extremist soll hinter den Attentaten auf ein Museum und an einem Strand in Tunesien gesteckt haben.

Mit den Luftangriff haben die USA ihre lang geplante Militärintervention in Libyen begonnen. US-Präsident Barack Obama hatte seine Sicherheitsberater schon vor einiger Zeit angewiesen, den Kampf gegen den Terror in Libyen zu verstärken. Seit dem Sturz des langjährigen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land politisches Chaos, es gibt zwei Regierungen und zwei Parlamente, die jeweils von eigenen Milizen unterstützt werden.

Das Machtvakuum nutzt der IS aus und gewinnt an Einfluss. Die Zahl der IS-Kämpfer in Libyen soll zuletzt von 2000 auf 5000 gewachsen sein. Der zerfallende Staat gilt neben Syrien und dem Irak als wichtigstes Gebiet der Terrormiliz.

Obama hatte ein Eingreifen am Mittwoch schon angedeutet. „Mit Blick auf Libyen - ich habe von Anfang an gesagt, dass wir den IS bekämpfen, wo er auch auftaucht, genauso wie wir Al-Kaida bekämpft haben, wo sie auftauchten“, sagte er am Rande seines Treffens mit Asean-Staaten in Kalifornien. „Wir werden weiter handeln, wenn wir eine klare Operation und ein klares Ziel vor Augen haben.“

Gleichzeitig stimmten sich die USA mit ihren Partnern ab und arbeiteten mit den Vereinten Nationen daran, eine Einheitsregierung für Libyen zustande zu bekommen, fügte Obama hinzu.

Das US-Militär beobachtet die Bewegungen der IS-Dschihadisten in Libyen aufmerksam. In den vergangenen Monaten sollen kleine Teams der amerikanischen Streitkräfte im Land gewesen sein, ebenso wie britische, französische und italienische Spezialkräfte. Sie sammelten dort nach Angaben libyscher Militärs Informationen und kartographierten mehrere Regionen und Städte, darunter Bengasi und Sintan.

Vor wenigen Tagen hatten US-Vertreter erklärt, in einigen Wochen könnten US-Spezialkräfte nach Libyen entsandt werden. Vorher müssten aber weitere Gespräche mit den europäischen Verbündeten geführt werden. Die vor Ort gesammelten Informationen könnten dazu dienen, Ziele für Angriffe genauer zu bestimmen.

Die Bündnispartner befürchten, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Ölregionen wie Adschdabija südlich von Bengasi erobert und sein Machtgebiet nach Süden hin über die Landesgrenze ausdehnt. Nach Informationen französischer und britischer Medien bereiten die USA, Frankreich und Großbritannien bereits seit Monaten den Luftkrieg in Libyen gegen den dortigen IS-Ableger vor.

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