"Lieber im Himmel sterben": Castro: Nur ein US-Atomangriff kann uns stürzen

"Lieber im Himmel sterben"
Castro: Nur ein US-Atomangriff kann uns stürzen

Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro befürchtet, dass die USA einen Angriff auf sein Land vorbereiten. Er warnte US-Präsident George W. Bush davor, dies in seiner zweiten Amtszeit zu tun.

HB HAVANNA. „Wir sind in der Lage, unser Vaterland zu verteidigen“, sagte Castro am Dienstag (Ortszeit) in einer Rede zum Auftakt eines internationalen Alphabetisierungskongresses in Havanna. Bush solle sich keine Illusionen bezüglich Kubas machen, sagte der 78-Jährige.

Die neue US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte Kuba vor zwei Wochen zusammen mit fünf anderen Ländern als „Vorposten der Tyrannei“ bezeichnet. Bush hatte in seiner Antrittsrede am 20. Januar das Ziel genannt, „die Tyrannei in der ganzen Welt“ zu beenden. Er habe Bushs Rede aufmerksam gehört, versicherte Castro am Dienstag. Kuba werde niemals zum Kapitalismus zurückkehren. Die USA könnten mit ihren Nuklearwaffen das kubanische Volks ausrotten, es aber nicht beherrschen. „Wir ziehen es vor, im Himmel zu sterben als in der Hölle zu leben“, sagte Castro.

Kuba braucht Europa nicht

Der kubanische Präsident Fidel Castro hat sich verärgert über die europäische Haltung zu seiner Menschenrechtspolitik gezeigt. Kuba habe nicht die Absicht, seine Politik zu ändern, sagte Castro in einer vierstündigen Rede am Dienstagabend. „Ich muss ehrlich sagen, Kuba braucht die Vereinigten Staaten nicht, Kuba braucht Europa nicht. Wie befriedigend ist es, dies sagen zu können“. Castro reagierte mit seinen Äußerungen auf eine Entscheidung der Europäischen Union, ihre diplomatischen Sanktionen vorerst auszusetzen, um weitere Freilassungen politischer Gefangener zu erreichen.

„Sie behandeln uns, als ob wir zum Tode verurteilt seien und sie uns bis Juni einige Monate Aufschub gewährt haben, um uns weiter zu beobachten“, sagte Castro an die EU gewandt. Die EU hatte am Montag entschieden, ranghohe Besuche nicht mehr einzuschränken. Als weiteres Entgegenkommen sollen offenbar vorerst keine kubanischen Dissidenten mehr zu nationalen Empfängen in diplomatischen Vertretungen von EU-Ländern eingeladen werden.

Die EU reagierte mit der Lockerung auf die Freilassung einiger der 75 im März 2003 verhafteten Oppositionellen in Kuba. Sie forderte die Regierung Castros jedoch auf, alle politischen Gefangenen bedingungslos freizulassen. Im Juli will die EU die Lockerung der Beschränkungen überprüfen.

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