Lieferung für Westen: Russland dreht Gashahn wieder auf

Lieferung für Westen
Russland dreht Gashahn wieder auf

Nach sechstägigem Lieferstopp pumpt Russland wieder Gas über die Ukraine nach Westen. „Alles läuft gut“, sagte ein Gazprom-Sprecher. Auch der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz bestätigte, eine Anfrage für die Durchleitung von russischem Gas nach Europa erhalten zu haben.

HB MOSKAU. Ein Reuters-Reporter sah, wie eine russische Pumpstation an der Grenze die Arbeit wieder aufnahm. Das russische Staatsfernsehen Westi zeigte einen Gazprom-Mitarbeiter an der Gas-Station „Sudscha“ an der Grenze zur Ukraine, wie er telefonisch Anweisungen zur Wiederaufnahme der Lieferungen gab. Zuvor hatte die russische Nachrichtenagentur Interfax gemeldet, dass der Monopolist Gazprom am Dienstag wie versprochen um 8 Uhr mitteleuropäischer Zeit den Gashahn für die Lieferungen über seine wichtigste Transitstrecke wieder aufgenommen habe. Zunächst sollten 76 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag durch die Leitungen strömen, hieß es. Die EU hofft auf rasche Entspannung in der Energie-Krise. Vor allem Südosteuropa ist von dem Gas-Notstand betroffen.

Experten erwarten, dass das erste Gas aus Russland im Westen frühestens an diesem Mittwoch ankommt. In der Ukraine und in Russland kontrollieren internationale Experten an den Gasmessstationen und entlang der Leitungen, ob der Transit reibungslos läuft. Die EU, Russland und die Ukraine hatten sich am Montag nach langem Hin und Her auf die Mission abschließend geeinigt.

Moskau hatte Kiew zuletzt wiederholt „Gas-Diebstahl“ vorgeworfen. Die Ukraine verlangt von Russland kostenlos pro Tag rund 21 Millionen Kubikmeter so bezeichnetes technisches Gas, um den Betrieb der Transit-Pipelines sicherzustellen. Moskau warnte Kiew davor, diese Gasmenge zu stehlen und drohte mit neuen Lieferkürzungen.

Rund 80 Prozent des russischen Gases fließen über Pipelines in der Ukraine nach Westen. Der Energiekonflikt zwischen Moskau und Kiew geht ungeachtet der wieder aufgenommenen Lieferungen weiter. Beide Seiten streiten über Preise für Gas aus Russland sowie über künftige Lieferbedingungen. Die Ukraine blieb weiter ohne russisches Gas.

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