Lieferungen an Kurden: Bundeswehr-Waffen im Nordirak werden offenbar weiterverkauft

Lieferungen an Kurden
Bundeswehr-Waffen im Nordirak werden offenbar weiterverkauft

Schon länger unterstützt die deutsche Regierung den Kampf der kurdischen Peschmerga gegen den IS im Irak und Syrien. Doch offenbar haben die Kämpfer einige der Waffen weiterverkauft. Berlin pocht auf saubere Nachweise.

HamburgSturmgewehre und Pistolen aus Bundeswehrbeständen werden offenbar von kurdischen Peschmerga-Kämpfern im Nordirak weiterverkauft. In nordirakischen Städten hätten Reporter von NDR und WDR mehrere Sturmgewehre des Typs G3 und eine Pistole des Typs P1 mit der eingravierten Abkürzung „Bw“ für Bundeswehr gefunden, wie die Sender am Donnerstag berichteten.

Die Waffen stammten offenbar aus jenen Beständen, welche die Bundesregierung an die kurdische Autonomieregierung im Nordirak geliefert habe. Sie sollen eigentlich im Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) eingesetzt werden.

Den Recherchen der Sender zufolge verkauften Peschmerga-Kämpfer ihre Dienstwaffen, weil sie wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage im Land seit Monaten keinen Sold erhalten hätten.

Der Gouverneur der Provinz von Kirkuk, Nadschmeddin Karim, sagte den Sendern, die kurdische Regierung sei mangels finanzieller Mittel nicht in der Lage, Staatsbedienstete – darunter auch die Peschmerga-Kämpfer – regelmäßig zu bezahlen.

Das Bundesverteidigungsministerium erklärte dem Bericht zufolge auf Anfrage von NDR und WDR, die Regierung der Region Kurdistan-Irak stehe in der Verantwortung. Sie habe sich zu einer „korrekten Nachweisführung der übergebenen Waffen verpflichtet“ sowie dazu, das gelieferte Material im Einklang mit dem Völkerrecht einzusetzen. Eine Nachverfolgung einzelner Waffen durch deutsche Kräfte sei weder beabsichtigt noch möglich.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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