Liste der neuen EU-Kommission komplett
Kampf um die Ressorts beginnt

Der künftige Präsident der EU-Kommission, José Manuel Durão Barroso, kann sich jetzt an die neue Aufgabenverteilung für die Spitze der Brüsseler Behörde machen.

HB BRÜSSEL. Die Niederlande schlugen am Dienstagabend ihre frühere Verkehrsministerin Neelie Kroes als Mitglied des Gremiums vor und machten damit die Liste der 25 Kommissionsmitglieder komplett. Von November an wird damit jedes EU-Land mit einem Kommissar in Brüssel vertreten sein.

Barroso wurde von den Staats- und Regierungschefs der EU ernannt und vom Europäischen Parlament bereits bestätigt. Die Zustimmung des Parlaments zu den 24 Kommissaren gilt ebenfalls als sicher. Ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Zwar steht jedem EU-Land ein Kommissarsposten zu, doch die Amtsinhaber sind ausdrücklich nicht die Vertreter der Interessen ihres Heimatlandes. Gleichwohl haben einige Länder Ansprüche auf bestimmte Zuständigkeiten angemeldet, nicht zuletzt die Bundesregierung, die den deutschen EU-Kommissar Günter Verheugen auf einem Posten mit weit reichenden Zuständigkeiten für die Industriepolitik sehen will - einem Gebiet, in dem es schon häufig Differenzen zwischen Berlin und Brüssel gab.

Allerdings ist die Verteilung der Aufgaben allein Sache des Kommissionspräsidenten. Bislang gibt es 19 Geschäftsbereiche. Diese muss Barroso neu zuschneiden, um künftig 24 Kommissare beschäftigen zu können. Als möglich gilt zum Beispiel die Aufteilung der Ressorts Landwirtschaft und Fischerei oder Verkehr und Energie. Andere Ressorts - zum Beispiel das Industrieressort, für das Verheugen genannt wird - könnten durch die Übernahme neuer Zuständigkeiten aufgewertet werden.

Barrosos Kommission hat mit acht weiblichen Mitgliedern den bislang höchsten Frauenanteil. Das Durchschnittsalter liegt mit knapp 54 Jahren um ein Jahr über dem der noch amtierenden Kommission bei Amtsantritt. Neben Verheugen, der bisher zuständig für die EU-Erweiterung war, werden nur zwei Mitglieder der gegenwärtigen Kommission auch der neuen unter Barroso angehören: Die Luxemburgerin Viviane Reding (bisher zuständig für Bildung und Kultur) und die Schwedin Margot Wallström (Umwelt).

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