+++LIVEBLOG+++
Ukraine wirft Sberbank Finanzierung von Partisanen vor

Angeblich sollen prorussische Aktivisten ukrainische Soldaten in der ostukrainischen Region Lugansk entführt haben. Kiew kündigte eine „harte Reaktion“ auf derlei Angriffe an. Die Nachrichtenlage ist unklar.
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Keine Ruhe in der Ukraine. Die Lage im Osten der Ukraine ist einen Tag vor der internationalen Konferenz in Genf weiter gespannt und unübersichtlich. Die Nachrichtenlage ist unklar. Ein Überblick im Liveblog.

+++ Russische Großbank beteiligt? +++

Die Ukraine hat der russischen Sberbank vorgeworfen, pro-russische Separatisten im Osten des Landes zu finanzieren. Es seien strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden, sagte der amtierende Generalstaatsanwalt Oleh Machnizki am Mittwoch in einem Fernsehinterview. Insgesamt liefen Untersuchungen gegen 14 Banken. Am Dienstag hatte der ukrainische Staatssicherheitsdienst einer nicht genannten Bank vorgeworfen, zwischen März und April Gelder in Höhe von umgerechnet rund 2,7 Millionen Euro für militante Gruppen transferiert zu haben.

+++ Russland kritisiert US-Verhalten scharf +++

Kurz vor einem geplanten Krisentreffen zur Ukraine in Genf hat Russland die USA kritisiert. Indem die USA den Militäreinsatz der Regierung in Kiew gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine rechtfertigten, unterstützten sie einen „Krieg gegen das Volk“. Das teilte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch mit. „Washington sollte sich der katastrophalen Folgen dieser rücksichtlosen Unterstützung seiner Kiewer Schützlinge bewusst sein.“ Zugleich warf Russland den USA doppelte Standards vor. So verteidige Washington den Sturz der rechtmäßigen Regierung als Volksaufstand, kritisiere aber die Proteste im Osten als Terrorismus.

+++ Ukraine bestätigt Verlust von Panzerfahrzeugen +++

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat den Verlust von sechs gepanzerten Fahrzeugen an prorussische Separatisten eingeräumt. Die Militärwagen seien in der östlichen Stadt Kramatorsk von Anwohnern unter Anleitung von bewaffneten Aktivisten blockiert und dann übernommen wurden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Wo sich die Besatzungen aufhielten, werde noch geprüft. Nach Aussage der Separatisten liefen Soldaten über, die den Aufstand mit einem „Anti-Terror-Einsatz“ niederschlagen sollten. Zuvor hatte Kiew den Verlust der Fahrzeuge dementiert. Später hieß es, die Uniformierten hätten sich absichtlich mit einer russischen Fahne eingeschlichen.

+++ Russische Wirtschaft schrumpft+++

Unter dem Eindruck des Konflikts mit der Ukraine ist die russische Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres geschrumpft. Es habe beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Minus von 0,5 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal 2013 gegeben, erklärte Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew am Mittwoch laut russischen Nachrichtenagenturen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2013 ergebe sich ein Plus von 0,8 Prozent. Als Gründe für die schlechte Entwicklung führt Uljukajew neben „inneren Faktoren" auch „Unsicherheiten auf den Finanz- und Devisenmärkten" an.

+++ Deutschland beteiligt sich an verstärkter Nato-Präsenz++++

Deutschland wird sich zunächst mit einem Schiff und sechs Kampffliegern an der Verstärkung der Nato-Präsenz in den östlichen Bündnisstaaten beteiligen. Das bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin. Der Tender „Elbe“ mit rund 45 Soldaten Besatzung soll von Ende Mai bis Anfang ein Minenräum-Manöver in der Ostsee leiten. Bis zu sechs Kampfflieger vom Typ „Eurofighter“ sollen sich ab September für vier Monate an der Luftraumüberwachung über dem Baltikum beteiligen. Ob Deutschland darüber hinaus zur stärkeren Nato-Präsenz im Osten als Reaktion auf die Ukraine-Krise beitragen wird, blieb zunächst unklar.

++++Ministerium: Separatisten haben Schützenpanzer der Armee+++

Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigt, dass die prorussischen Separatisten am Mittwoch sechs Schützenpanzer der Armee in ihre Gewalt gebracht haben.

+++Merkel unterstützt Kiews Militäreinsatz gegen Separatisten+++
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Verständnis für den Einsatz ukrainischer Soldaten gegen pro russische Separatisten im Osten des Landes gezeigt. „Aus unserer Sicht hat sich die ukrainische Regierung in dieser Krise bisher sehr besonnen und zurückhaltend verhalten”, sagte Vize- Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin. Es sei klar, dass die ukrainische Führung „natürlich die gewaltsame Übernahme von Polizeistationen oder andere Infrastruktur durch Gewalttäter nicht hinnehmen kann”.

+++Bulgarien gegen Teilung der Ukraine+++
Angesichts der Spannung in der Ukraine hat sich der bulgarische Präsident Rossen Plewneliew gegen eine Teilung des Landes ausgesprochen. Die Europäische Union und die Nato rief der bürgerliche Politiker am Mittwoch dazu auf, „entschieden und kategorisch zu erklären, dass wir nicht zur Politik aus dem 19. Jahrhundert zurückkehren“. Russland beschuldigte er, die Grundlagen der internationalen Rechtsordnung zu verletzen. Bulgarien hatte Anfang der Woche russische Aufklärungsflüge an der Luftgrenze des Nato-Staates über dem Schwarzen Meer als „eine Provokation“ kritisiert. Die von den Sozialisten dominierte Regierung in dem EU-Mitgliedstaat ist aber gegen harte Sanktionen gegen Russland.

+++Hotel in Tschechien nimmt keine Russen auf+++
Ein Hotelier in Tschechien nimmt keine russischen Gäste mehr auf. Grund sei die Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim durch Moskau, hieß es am Mittwoch auf der Internetseite des Vier-Sterne-Hotels Brioni Boutique im Zentrum der Industriestadt Ostrava (Ostrau). Die Hotelleitung entschuldige sich bei allen „anständigen Bürgern“ der Russischen Föderation, hieß es weiter. „Vielleicht erreiche ich damit nichts, aber ich habe zumindest meine Meinung gesagt“, sagte Hotelbesitzer Tomas Krcmar einer örtlichen Zeitung. Dafür nimmt er nach eigenen Angaben auch deutliche Umsatzeinbußen in Kauf.

Kommentare zu " +++LIVEBLOG+++: Ukraine wirft Sberbank Finanzierung von Partisanen vor"

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  • @ falx gut das sie Jahrelang unter Russischer Demokratie e gegangen sind und feige wie sie sind nur geifern können. Ich empfehle ihnen die zweite Staatsbürgerschaft russisch zu wählen und dann bei Gazprom arbeiten zu dürfen. Das unsere Freiheitliche Demokratie zu viel des guten ist bemerkt man, habe nur ein Problem mit der Argumentation der Befürworter der russischen Demokratie, man kann mir nicht erklären das ob Volksaufstand in der DDR oder 1989 die normale DDR - Bevölkerung diese vorteilhafte russische Demokratie unter Lebensgefahr los werden wollte, Freiheit für die Ukraine von den Russen lernt man nur eins Ich Chef du Sklave. Wir müssen alles tun um Putin los zu werden

  • Meinen sie damit, daß die NATO russland dann nuken soll?

  • > ColorfulColorado
    "Trotzdem stellt sich die Frage warum man den "Nato USA Versallen" seine Staatsanleihen überlässt. Macht irgendwie den EIndruck, dass ncihtmal die Russen sich selbst vertrauen." Na ganz einfach... vielleicht läuft da grad nen Verkauf über die Bühne?? Die brauchen doch die Kohle dringend, wie man überall ließt. Das wäre doch plausibel oder?
    Und selbst wenn sie die Kohle nicht brauchen würden, ist es vermutlich aus ihrer Sicht besser, die Anleihen loszuwerden.
    Ich denke, die haben sicher "andere" Verwendung dafür.

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