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Merkel drängt Putin zum Handeln

Der Absturz des Flugs MH17 verschärft die Krise in der Ukraine. Kanzlerin Merkel drängt Russlands Präsident, sich für eine Waffenruhe einzusetzen. Im Osten des Landes wird erbittert gekämpft. Die Chronik der Ereignisse.
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+++ Lawrow und Kerry wollen alle Beweise +++
Der russische Außenminister Sergei Lawrow und sein US-Kollege John Kerry fordern, dass alle Beweise im Fall des abgestürzten Flugzeugs den internationalen Ermittlern zugänglich gemacht werden müssen. Darüber seien sich beide Minister in einem Telefonat einig gewesen, teilt das Außenministerium in Moskau mit. Beide würden ihren Einfluss auf die Konfliktparteien nutzen, um die Gewalt zu beenden.

+++ Malaysia Airlines veröffentlicht Passagiernamen +++
Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines hat die Namen der Passagiere seines über der Ostukraine abgestürzten Fluges MH17 veröffentlicht. Zugleich wurden die Angehörigen und Freunde der Opfer am Samstag aufgefordert, sich mit der Airline in Verbindung zu setzen. Zwar arbeite man mit den jeweiligen Botschaften zusammen, doch sei es noch nicht in allen Fällen möglich gewesen, Familienangehörige ausfindig zu machen, teilte die Fluggesellschaft mit.

+++ Niederländischer Minister: „Die Schuldigen werden büßen“ +++
Der niederländische Außenminister Frans Timmermans ist nach dem Absturz des Linienflugzeugs mit zahlreichen Passagieren aus seinem Heimatland in der Ukraine eingetroffen. „Meine erste Priorität ist, unsere Leute nach Hause zu holen. Die Familien möchten ihre Verwandten begraben“, sagte er am Samstag bei einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko in Kiew. Von den 298 Menschen an Bord des Fluges MH17 kamen 193 aus den Niederlanden. Der Außenminister sagte, sobald Beweise vorliegen würden, „werden wir nicht stoppen, bis die Schuldigen vor Gericht stehen“. Dies schließe „nicht nur die ein, die auf den Knopf drückten, sondern auch jene, die das möglich machten“, sagte der Minister der Präsidialverwaltung in Kiew zufolge.

+++ Briten fordern mehr Einsatz von Russland +++
Die britische Regierung hat Russland vorgeworfen, nach dem Absturz der Passagiermaschine in der Ostukraine zu wenig zur Aufklärung beizutragen. „Wir bekommen nicht genug Unterstützung von den Russen“, sagte der neue Außenminister Philip Hammond am Samstag. Russland nutze seinen Einfluss auf die Separatisten nicht ausreichend, um sie dazu zu bringen, die Absturzstelle zugänglich zu machen. Die USA gehen davon aus, dass prorussische Rebellen die Boeing der Malaysia Airlines abgeschossen haben. „Die Augen der Welt werden auf Russland schauen um zu sehen, ob es seinen Verpflichtungen in den kommenden Stunden gerecht wird“, sagte Hammond. Er kündigte an, den russischen Botschafter in London ins Außenministerium einzuberufen, um ihm diese Ansicht mitzuteilen. Unter den fast 300 Menschen, die bei dem Absturz starben, waren zehn Briten.

+++ Rebellenführer: Keine Sicherheitszone vereinbart +++
Die Separatisten können nach eigener Aussage nicht für die Sicherheit der internationalen Experten am Absturzort von Flug MH17 im Osten der Ukraine garantieren. Eine von Kiew vermeldete Einigung auf eine weiträumige Sicherheitszone gebe es nicht, sagte der Chef der selbstproklamierten „Volksrepublik Donezk“, Alexander Borodai. Von einer Waffenruhe oder einem humanitären Korridor sei in einer Videokonferenz mit Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nicht die Rede gewesen, sagte Borodai. Er dementierte damit Äußerungen des Chefs der ukrainischen Sicherheitsbehörden, Valentin Naliwaitschenko, der kurz zuvor eine Einigung auf eine Sicherheitszone verkündet hatte.

+++ Separatisten kontrollieren OSZE-Beobachter +++
Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist erneut der vollständige Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ukraine verwehrt worden. Bewaffnete Separatisten behinderten die Arbeit der etwa 20 OSZE-Vertreter, wie ein Sprecher am Samstag mitteilte. Die Gruppe habe jedoch zumindest mehr Bewegungsfreiheit als am Vortag bekommen. Am Freitag konnten sich die Beobachter lediglich etwa 70 Minuten lang an der Absturzstelle aufhalten. Die OSZE-Mitarbeiter hätten beobachtet, wie Leichen der 298 ums Leben gekommenen Passagiere des Flugs MH17 von Unbekannten in Plastiksäcke gepackt und an den Straßenrand geräumt wurden, sagte der Sprecher weiter. Erklärungen dafür erhielten die OSZE-Vertreter nicht. Das gesamte Absturzgebiet sei nach wie vor scharf bewacht. „Wir wurden von Schwerbewaffneten streng beobachtet und mussten uns vorsichtig bewegen“, sagte der Sprecher.

+++ BKA-Identifizierungsexperten in die Ukraine gereist +++

Zwei Fachleute des Bundeskriminalamtes (BKA) sind am Samstag zur Bergung und Identifizierung der Absturzopfer in die Ukraine gereist. Ein BKA-Sprecher sagte am Samstag, die Mitglieder der Identifizierungskommission seiner Behörde seien um kurz nach 14 Uhr von Deutschland aus nach Kiew geflogen. Dort wollten sich die Deutschen mit einem größeren Team von Identifizierungsexperten aus den Niederlanden und voraussichtlich auch aus der Ukraine treffen und die Vorgehensweise besprechen. Die Lage sei recht unübersichtlich. Sowohl der genaue Einsatzort als auch die Führung der Mission müssten noch geklärt werden.

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