Liveticker Libyen
Russland äußert Bedenken gegen Militäraktion

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TripolisEin Live-Ticker zu den Entwicklungen:

+++ 14.51 Uhr +++ Die Europäische Union hat die Sanktionen gegen das Regime von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi ausgeweitet. Die Außenminister der 27 EU-Staaten beschlossen, neun Firmen - darunter drei führende Geschäftsbanken - in eine Liste von Unternehmen aufzunehmen, deren Konten in der EU eingefroren werden

+++ 14.05 Uhr +++ Nach sechs Tagen in der Gewalt der libyschen Behörden sind vier Journalisten der „New York Times“ wieder frei.

+++ 13.51 Uhr +++ Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat die Einsätze westlicher Kampfflugzeuge in Libyen als „Kreuzzug“ kritisiert. Es sei beunruhigend, mit welcher Leichtigkeit in der heutigen Zeit Kampfhandlungen auf internationaler Ebene gegen souveräne Staaten durchgesetzt würden

+++13:13 Uhr +++ Ein Sprecher der Rebellen in Benghasi spricht sich ausdrücklich für Luftangriffe ausländischer Mächte aus. Den Einsatz von Bodentruppen lehnte er aber ab. Ziel der Rebellen bleibe es, die Hauptstadt Tripolis einzunehmen.

+++12:55 Uhr +++ Die EU-Regierungen sind über den Einsatz von Militär gegen das Regime des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi weiterhin uneins.

+++12:49 Uhr +++ Sechs norwegische Kampfflugzeuge sind für Einsätze über Libyen ans Mittelmeer verlegt worden. Wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte, flogen die sechs Maschinen vom Typ F-16 vom Militärflugplatz Bodø zu ihren jeweiligen Stützpunkten auf Sardinien (Italien) und Kreta (Griechenland).

+++12:30 Uhr +++ Libysche Demonstranten haben auf dem Tahrir-Platz in Kairo versucht, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu verprügeln. Nach Angaben eines Augenzeugen blieb Ban unverletzt, weil seine Leibwächter rechtzeitig eingriffen, als sich die Anhänger von Oberst Muammar al-Gaddafi auf ihn stürzen wollten.

+++12:00 Uhr +++ Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel fordert eine schnelle Umsetzung der Strafmaßnahmen gegen die libysche Führung. Die von der UN beschlossenen Sanktionen gegen Muammar Gaddafi müssten „umfassend und zügig umgesetzt werden,
damit der Diktator vom Geldhahn abgedreht wird“, sagte Niebel in Berlin.

+++11.04 Uhr +++ Aus Libyen sind nach Beobachtung der Vereinten Nationen seit Beginn der alliierten Luftangriffe am Samstag weniger Menschen geflohen als in den Wochen zuvor. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) teilte mit, der Flüchtlingsstrom sei in den vergangenen 48 Stunden deutlich geringer geworden. Zahlen wurden nicht genannt.

+++11.04 Uhr +++ NATO-Mitglied Bulgarien hat den Militäreinsatz der internationalen Streitmacht in Libyen scharf kritisiert. Regierungschef Bojko Borissow sagte in einem Interview des Privatfernsehens TV7, dass er bulgarische Piloten nie in ein „ähnliches Abenteuer“ schicken würde. Er bemängelte die Planung der Aktion sowie das Risiko ziviler Opfer.

+++10.59 +++ Das NATO-Land Türkei ist unzufrieden mit dem Ablauf der Militärangriffe auf Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Ankara habe Schwierigkeiten, die Rolle Frankreichs zu verstehen, sagte der türkische Verteidigungsminister Vecdi Gönül.

+++10.59 +++ Gaddafi-Truppen bringen nach Angaben eines Sprechers der Rebellen Zivilisten in die umkämpfte Stadt Misrata, um sie dort als menschliche Schutzschilde einzusetzen. Bewohnern zufolge ist die Stadt von Gaddafi-Truppen eingekesselt und von der Wasserversorgung abgeschnitten. Im Stadtzentrum halten sich demnach bewaffnete Gaddafi-Truppen in zivil auf.

+++ 10.41 +++ Der außenpolitische Sprecher der Union, Philipp Mißfelder, hat sich von der Libyen-Haltung von Bundesaußenminister Guido Westerwelle abgesetzt. „Der Minister hat seine Entscheidung getroffen. Der Minister hat seinen Botschafter in New York angewiesen. Er vertritt diese Entscheidung auch.“

+++ 10.41 +++ Ungeachtet neuer Angriffe von Regierungstruppen auf Rebellenstellungen sieht die französische Regierung erste Erfolge der Bombardierungen libyischer Militärziele durch die westliche Allianz.

+++ 10.36 +++ Der Chef der Arabischen Liga, Amr Mussa, sagt, es gebe wegen der UN-Resolution zu Libyen keinen Konflikt. Sein Staatenbund respektiere den Beschluss des Sicherheitsrats. Die Resolution diene dem Schutz von Zivilisten. „Und darum geht es uns“, sagt er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

+++ 10.26 +++ Ein Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi soll nach Berichten von Oppositionellen und arabischen Medien Opfer eines Kamikaze-Piloten geworden sein. Chamies al-Gaddafi sei in einem Krankenhaus in Tripolis an den Folgen schwerer Brandverletzungen gestorben.

+++ 09.49 +++ Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin hat die deutsche Enthaltung bei der UN-Resolution zu Libyen kritisiert. „Man hätte die Bedenken durch einen Resolutionsanhang zum Ausdruck bringen können“, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. „Man hätte sich nicht enthalten müssen.“

+++ 09.48 +++ In der zweiten Nacht des Militäreinsatzes der Alliierten in Libyen hat Großbritannien eine Operation mit Rücksicht auf Zivilisten kurzfristig abgebrochen. Das teilte das britische Verteidigungsministerium in der Nacht mit. Es habe sich herausgestellt, dass an dem angepeilten Ziel Zivilisten gewesen seien.

+++ 09.43 +++ Die Parteizeitung der chinesischen Kommunisten hat das Vorgehen des Westens in Libyen harsch kritisiert. Die Zeitung „Das Volk“ verglich die Militäraktion vom Wochenende mit den US-geführten Einmärschen im Irak und in Afghanistan.

+++ 09.43 +++ Katar will mit seiner Luftwaffe an der Militäroperation in Libyen teilnehmen. Das berichteten lokale Medien in dem arabischen Golfemirat. Wie viele Flugzeuge und Piloten das kleine Land schicken will und ob die Vorbereitungen für den Einsatz schon abgeschlossen sind, wurde nicht bekannt.

+++ 08.45 +++ Der Streit über die Führung des Libyen-Einsatzes schadet nach den Worten des luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn der Intervention und muss sofort beendet werden. „Es wäre ein sehr schlechtes Zeichen, wenn es die Koalition von Franzosen, Briten und Amerikanern mache, und sobald es Probleme gibt, die NATO übernehmen soll“, sagte der Minister am Montag in Brüssel.

+++ 08.45 +++ Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat die deutsche Enthaltung bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat zu Libyen verteidigt. Diese Haltung teile auch die Mehrheit seiner Fraktion. Als Beleg für die Richtigkeit wies er am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“ auch auf die Uneinigkeit innerhalb der Nato hin. „So unkoodiniert kann die Nato in solche Aktionen nicht hineingehen“, sagte Kauder.

+++ 08.20 Uhr +++ Muammar al-Gaddafi ruft seine Anhänger zum Marsch auf Bengasi auf. Nachdem seine Panzer auf dem Weg nach Bengasi von der französischen Luftwaffe zerstört wurden, will der libysche Staatschef nun Tausende seiner Anhänger dort hinmarschieren lassen. Die staatliche Nachrichtenagentur Jana meldete in der Nacht zum Montag, Gaddafi habe sich mit Mitgliedern eines Volkskomitees getroffen, um diesen „grünen Marsch“ nach Bengasi zu organisieren. Die „Demonstranten“, zu denen Abgeordnete der verschiedenen Stämme des Landes gehören sollten, würden sich „mit Olivenzweigen in der Hand“ in friedlicher Absicht auf dem Weg in die Stadt im Osten machen, hieß es. Sie würden jedoch von bewaffneten Bürgern begleitet, da die andere Seite ebenfalls bewaffnet sei.

+++ 08.20 Uhr +++ Die westliche Staatengemeinschaft hat die zweite Welle ihrer Luftangriffe auf Libyen gestartet, um eine Flugverbotszone durchzusetzen.

+++ 07.55 Uhr +++ Die französische Regierung erklärt, sie habe keine Informationen über zivile Opfer der Luftangriffe.

+++ 02.15 Uhr +++ Ein Marschflugkörper ist am Sonntagabend in ein Gebäude innerhalb des Geländes Bab Al Asisija in Tripolis eingeschlagen, auf dem auch das Zelt von Machthaber Muammar al Gaddafi steht. Es war nicht bekannt, wo sich Gaddafi während des Angriffs befand. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Associated Press wurde von Vertretern der libyschen Regierung auf das Gelände geführt. Er berichtete, die Hälfte des runden, dreigeschossigen Verwaltungsgebäudes sei eingestürzt, Rauch stieg daraus auf und Splitterteile der Cruise Missile seien überall verstreut. Rund 300 Gaddafi-Anhänger seien auf dem Gelände gewesen. Über Tote und Verletzte wurde nichts bekannt.

+++ 01.23 Uhr +++ Die SPD-Spitze hat nun auch die Enthaltung der Bundesregierung bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über den internationalen Militäreinsatz über Libyen gerügt. „Ich halte diese Enthaltung für falsch“, sagte Gabriel der Süddeutschen Zeitung. Am Freitag hatte er noch Verständnis für die Stimmenthaltung geäußert.

+++ 00.37 Uhr +++ Die Nato einigt sich auf einen Einsatzplan zur Umsetzung eines Waffenembargos für Libyen. Über eine mögliche Beteiligung der Nato zur Umsetzung der Flugverbotszone gebe es weiteren Gesprächsbedarf, sagte ein Nato-Vertreter.

+++ 00:32 Uhr +++ Der NATO-Rat hat einer Teilnahme der Allianz bei der Durchsetzung des Flugverbots in Libyen zunächst nicht zugestimmt. Wie aus diplomatischen Kreisen in Brüssel am Sonntagabend verlautete, scheiterte dies am Einspruch der Türkei. Einverständnis wurde dagegen darüber erzielt, dass sich das Bündnis an der Durchsetzung des UN-Waffenembargos gegen Libyen beteiligt. Bei den Beratungen war schon zuvor nach außen gedrungen, dass einige Mitgliedstaaten - darunter die Türkei - Unmut über ein Vorpreschen von Franzosen, Briten und Amerikanern mit den am Samstag begonnenen Luftangriffen auf Libyen geäußert hätten. Die türkische Ablehnung einer NATO-Intervention in Libyen stoppte vorerst Pläne, die Flugverbotszone mit Patrouillen von Kampfflugzeugen der NATO durchzusetzen. Dafür ist eine Direktive erforderlich, die mit Zustimmung aller 28 Mitgliedstaaten erlassen werden müssen. Den Diplomaten zufolge ist eine solche Dirketive nicht vor Dienstag zu erwarten.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Es ist wirklich an der Zeit, Obama den "Friedens-" Nobelpreis wieder wegzunehmen, damit sich die anderen Nobel-Preisträger nicht für ihren Preis schämen müssen.
    Wie kann die ganze Welt zuschauen, wie ganz bewußt ein
    Krieg von uns begonnen wird, in dem wieder unzählige (Zivil-)Personen sterben müssen ???

  • Solche Leute wie sie reduzieren diese Aufstände runter auf den Islam, um diesen Menschen einen Freiheitskampf aberkennen zu können. Denn es ist einfacher gegen einen Glauben vor zu gehen, als gegen freiheitsliebende Menschen.
    In den Augen des Westens sind, nach dem auch der eigene Glaube aufgegeben wurde, Gläubige nur noch Sektenmitglieder denen man dadurch das Lebensrecht aberkennen kann.


    Und was ist das denn ?
    Meinen sie dadurch, daß sie mich hier beherbergen, ich bin noch nicht einmal freiwilig hier gelandet, können sie sich Irgendetwas heraus nehmen.
    Irgendwie haben sie Verständnisschwierigkeiten, ein Menschen dem es gut geht erfordert keinen guten Menschen. In der Regel ist hier genau das Gegenteil der Fall.

    Der heutige Westen stellt eine Menscheitsepoche dar, der im weitesten Sinne mit einer Heuschreckenplage zu vergleichen ist. Es vermehrt sich so sehr, daß es letztendlich so enden muß wie jede Heuschreckenplage, in der Selbstauslöschung durch selbstverschuldeten Entzug der eigenen Lebensgrundlage. In diesem Kontext kennt es genau so wie die Heuschrecke auch keine Artverwandten mehr. In der Not werden auch diese aufgefressen. Praktischerweise werden so auch Freßkonkurenten aus dem Weg geräumt.



    Ob ihnen das Erdöl heute oder in 30 Jahren durch Mangel entzogen sein wird, das Resultat wird das selbe sein.

  • So kennen wir den Westen,
    jetzt wird es eine Hetzjagd auf eine Familie, von der sie nun sicher sein können kein Tropfen Öl mehr zu bekommen.
    Jetzt müssen sie auf Gedeih und Verderb auch alle Menschen um diese Familie herum umbringen.

    Weiter so, zeigt der Welt endlich euer wahres Gesicht,
    als ob es vorher keiner kannte.

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