Die Atomaufsichtsbehörde IAEA bescheinigt dem Iran Fortschritte bei der Zusammenarbeit. Allerdings bemängeln die Kontrolleure fehlende Initiative. Der neue Bericht droht zudem die Spaltung zwischen den westlichen Staaten und den iranischen Verbündeten China und Russland zu vertiefen.
HB WIEN. Der Iran habe an der Untersuchung der Internationalen Atomenergiebehörde zwar mitgearbeitet, sich dabei aber auf Reaktionen beschränkt, anstatt eine aktive Haltung einzunehmen, hieß es in dem am Donnerstag in Wien veröffentlichten Papier für den Uno-Sicherheitsrat. Während die USA und Großbritannien ihre Forderung nach schärferen Sanktionen bekräftigten, sah sich der Iran entlastet.
Nach den Erkenntnissen der Uno-Behörde hat die Islamische Republik zudem den internationalen Forderungen zum Trotz seine Urananreicherung in Natans erheblich ausgebaut. Dort seien inzwischen 3000 Zentrifugen in Betrieb, um den atomaren Brennstoff anzureichern, hieß es in dem Bericht. Der Stopp der Produktion ist eine Hauptforderung des Sicherheitsrats, weil die Technik für den Bau von Atomwaffen genutzt werden kann. Der Iran hat den Verdacht zurückgewiesen, an Nuklearwaffen zu arbeiten, und das Programm mit seinem Energiebedarf begründet.
Die IAEA kommt zu dem Ergebnis, dass die Regierung in Teheran große Anstrengungen unternommen habe, ihr Atomprogramm wie gefordert transparenter zu machen. Nach Jahren des Mauerns habe das Land viele Unterlagen freigegeben und die Befragung wichtiger Experten des Nuklearprogramms erlaubt. Auch die Erkenntnisse zur Entwicklung der Zentrifugen stimmten mit den bisherigen Angaben des Landes überein. Wichtige Fragen seien jedoch noch immer offen, betonte die Behörde. Zudem mahnte sie eine aktive Kooperation und volle Transparenz als unverzichtbare Voraussetzungen für das weitere Vorgehen an.
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Die USA warfen dem Iran vor, die Forderungen der internationalen Gemeinschaft weiter zu missachten. Die Regierung in Teheran gebe ihre Antworten auf die Fragen zu ihrem Atomprogramm nach wie vor nur unvollständig, sagte Sean McCormack, Sprecher des US-Außenministeriums. Auch Großbritannien forderte den Iran auf, alle offenen Fragen rückhaltlos zu beantworten. Dies sei die Voraussetzung dafür, internationales Vertrauen zurückzugewinnen, erklärte das Außenministerium in London.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad betonte dagegen, der Bericht zeige, dass sein Land immer die Wahrheit über sein Atomprogramm gesagt habe. Die Welt werde erkennen, dass der Widerstand der iranischen Nationen gegen die internationalen Forderungen richtig gewesen sei. „Der Bericht sagt klar, dass die meisten Probleme beseitigt sind“, sagte auch Said Dschalili, der jüngst ernannte neue Chefunterhändler. Es gebe keine legale Grundlage für eine weitere Behandlung des Falls im Uno-Sicherheitsrat, erklärte Mohammed Saidi, Vize-Direktor der Iranischen Atomenergieorganisation.
Die fünf Veto-Mächte des Sicherheitsrats und Deutschland wollen in den kommenden Wochen über ihr weiteres Vorgehen in dem Konflikt beraten. Wie Großbritannien drängen auch die USA und Frankreich auf erneute Sanktionen, um den Iran zum Einlenken zu bringen. China und Russland lehnen dies ab.


