Lob von Peer Steinbrück

EU ist Vorbild für die ganze Welt

Trotz aller Probleme: Wenn es nach SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück geht, kann die EU durchaus als Modell für andere Teile der Welt herhalten. Doch an einem „schlüssigen außenpolitischen Konzept“ fehle es noch.
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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Quelle: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

(Foto: dpa)

BerlinSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sieht die Europäische Union als Modell für die Lösung von politischen Konflikten in anderen Teilen der Welt. Für andere Kontinente wie zum Beispiel Asien könne die EU eine „Blaupause“ sein, sagte Steinbrück am Dienstag in Berlin bei einer Veranstaltung zur Außenpolitik. Wegen der Euro-Krise werde jedoch zu wenig über das „Zivilisationsprojekt“ Europa gesprochen. Zugleich kritisierte der ehemalige Finanzminister, dass es der EU an einem „schlüssigen außenpolitischen Konzept“ fehle.

Für Steinbrück war dies der erste öffentliche Auftritt zum Thema Außenpolitik seit seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten Ende September. Er ließ keinen Zweifel daran, wer im Falle seiner Kanzlerschaft in der Außenpolitik letztlich das Sagen hätte. Durch die Euro-Krise und die vielen Gipfel sei der Einfluss „derjenigen oder desjenigen“ im Kanzleramt gewachsen. In einem Nebensatz über Merkel verriet Steinbrück dann auch, wer aus seiner Sicht sonst noch zählt: „Sie beherrscht das europäische Parkett, mit abnehmender Bedeutung des Außenministers, mit einer marginalen Rolle des Wirtschaftsministers und einer dominanten Rolle des Finanzministers.“

Der SPD-Politiker warnte vor einer militärischen Lösung im Streit um das iranische Atomprogramm. „Ich würde uns dringend raten, uns nicht militärisch zu engagieren“, sagte Steinbrück. „Aber selbstverständlich hat Deutschland eine große Mitverantwortung für die Existenz Israels.“

Auch über die Frage, wie der Westen mit China umgehen soll, fand eine kurze Debatte statt. Steinbrück sagte dazu: „Man muss diese Probleme professionell lösen. Man muss mit Chinas Offiziellen über die Verletzung der Menschenrechte sprechen. Sehr diplomatisch. Und nicht in der Öffentlichkeit, wenn man Erfolg haben will.“ Der SPD-Mann verwies dann auch auf die enorme Bedeutung der Volksrepublik als Wirtschaftsmacht. Das ähnelt sehr der Linie, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolgt.

Von den anderen Teilnehmern der Diskussionsrunde bekam Steinbrück dafür viel Zustimmung. Vor allem Australiens ehemaliger Premierminister Kevin Rudd ermunterte die Europäer, sich in Asien mehr Gehör zu verschaffen. Gerade Deutschland als große Wirtschaftsmacht sei dabei besonders gefragt.

Steinbrück antwortete mit der Feststellung, dass sich Europa leider schon seit vielen Jahren ohne großen Erfolg an der Entwicklung einer gemeinsamen Außenpolitik versuche - „nicht nur gegenüber Asien, sondern vor allem auch gegenüber dem Nahen Osten, den Palästinensern, Israel, dem Iran“. Jetzt müsse Europa endlich ein schlüssiges außenpolitisches Konzept entwickeln. Ins Detail ging der SPD-Kandidat aber auch hier noch nicht.

Bei solchen Veranstaltungen stützt sich Steinbrück noch sehr auf seine internationalen Erfahrungen als Finanzminister. Erster Ansprechpartner für die Außenpolitik ist in der SPD-Spitze immer noch der frühere Ressortchef Frank-Walter Steinmeier. Der heutige Fraktionschef, der selbst nicht nochmals gegen Merkel antreten wollte, wird auch einen herausgehobenen Platz im „Kompetenzteam“ bekommen, das Steinbrück im nächsten Frühjahr präsentieren will.

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10 Kommentare zu "Lob von Peer Steinbrück: EU ist Vorbild für die ganze Welt"

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  • Was hat Steinbrück nur für ein Bild von der EU?

    Eine EU, die in jedem Land aufgrund unterschiedlicher Gesetze einen gleichen Sachverhalt unterschiedlich sieht, das soll ein Vorbild sein? Nichts haben die Politiker geschaffen was für andere Länder ein Vorbild sein könnte. Er redet nur das politische Unvermögen der Genossen schön.

    Der soll doch mal denken bevor er spricht.

  • Der Satz: EU ist Vorbild für die ganze Welt, dokumentiert den korrekten Zeitgeist in der Beschreibung des aktuellen Zustandes der EU. Noch vor 70-80 Jahren hätte man gesagt oder gesungen: Heute gehört uns die EU, morgen die ganze Welt. Das ist heute natürlich nicht mehr drin. Auch die Version: Die EU, die EU, die hat immer Recht..als Parallele zu dem vor 40-60 Jahren auf dem Gebiet der jetzigen neuen Bundesländer allseits "beliebten" Lied, geht trotz sehr zutreffendem Textinhalt nicht. So gesehen hat Herr Steinbrück sein schlüssigen aussenpolitischen Konzept sehr gut verständlich formuliert.

  • Wenn Steinbrück sich auf die EWG bezogen hätte, hätte ich ihm halbherzig zustimmen können, obwohl schon damals die Geldumverteilungsmassnahmen begannen.

    Aber die EU und erst Recht der Euro können für niemanden Vorbild sein. Die Verwaltung der EU wird immer weiter aufgebläht, der Euro macht völlig neue Institutionen notwendig, verbunden mit immer höheren Kosten.

    Leute, euer "mehr Europa", womit ja eigentlich mehr EU gemeint ist, wird euch um die Ohren flegen.

  • Gibt es denn in jedem Erdteil ein Deutschland das sich freiwillig für ein solches "politisches Projekt" bis aufs Blut ausnehmen läst und dafür auf politischen Einfluß auf dieses Projekt gröstenteils verzichtet.

    Das wage ich doch mal zu bezweifeln.

    Die EU ist am Ende, da es wegen dem Euro keinen vernünftigen Interessenausgleich zwischen den Ländern mehr gibt.

    Die Option Superstaat scheint bei den anderen Nationen nicht auf die gleiche messianische Seeligkeit zu treffen wie in Brüssel und Berlin.

  • EU Vorb ild für die ganz Welt?
    Was hat Steinbrück denn geraucht?
    Der Mann überieht, dass die EU gerade dabei ist, neuen Unfrieden auszulösen und die Deutschen sind leider dabei auch eine treibede Kraft mit ihrem Euro-Fanatismus

  • 50 bis 75% der wertschöpfung der Bürger verschwinden im Steuer Säckchen und die Politiker bekommen damit nichts in den Griff

    Hoch gelobt sei die EU ein Wahres Vorbild für die Ganze Welt.
    Es Stinkt hier dass ..............................

  • "EU ist Vorbild für die ganze Welt" ????

    Warum, weil die EU in der Gelddruckpolitik Amerika nacheifern? Denen es bis heute leider auch nichts gebracht hat!

    Peer Steinbrück spricht von internationalen Eindrücken als Finanzminister. Mich kann dieser Laberkopp nicht mehr beeindrucken, seit er den Steuerzahler als Vorstandsmitglied der WestLB Milliarden Schulden aufgebürdet hat, indem er seine Verpflichtungen zur Teilnahme an Vorstandssitzungen zur Verhinderung von Fehlinvestitionen seinerzeit nicht wahrgenommen hat.

    Es wird mir ewig schleierhaft bleiben, wie man solch einen "EXPERTEN"??! als Kanzlerkandidat vorschlagen kann.
    Wahrscheinlich weil letztlich die ganze SPD für den Untergang der WestLB und somit Milliardenschulden, die dem Steuerzahler aufgebürdet wurden, verantwortlich war. Keine Scham, keine Hemmschwelle.

  • „Man muss mit Chinas Offiziellen über die Verletzung der Menschenrechte sprechen. Sehr diplomatisch. Und nicht in der Öffentlichkeit, wenn man Erfolg haben will“

    Kein Problem. Bis zur Wahl dauert es ja noch eine kleine Weile und bis dann jemand von der neuen deutschen SPD-Regierung nach China kommt, auch noch.
    Und bis dahin haben sich auch bei uns zuhause die demokratischen Staatsbürgerrechte derart dezimiert, dass es gar keinen so großen Unterschied zwischen beiden Ländern mehr geben dürfte.
    Das Gespräch kann dann also sehr freundschaftlich ausfallen.
    Aber – wenn es sowieso hinter verschlossenen Türen stattfinden soll, dann kann man es ja auch ganz ausfallen lassen. Merkt ja niemand. Man kann auch einfach nur hinterher SAGEN, man hätte darüber gesprochen.

    So oder so ähnlich dürfte es wohl werden mit unserem „Genosse der Bosse 2.0“.
    Denn unsere Regierungskoalition ebenso wie die SPD und die Grünen sind sich so sicher, dass sie auf der einzig richtigen, der einzig wahren Seite stehen, dass sie glauben, dem vermeintlich so dummen Volk immer mehr Demokratie entziehen zu dürfen.
    Aber selbst dann, wenn das Volk tatsächlich so dumm wäre – was es nicht ist -, dann bedeutet „Demokratie“ trotzdem nicht die Herrschaft der klugen über die Dummen, sondern nach wie vor die Herrschaft des VOLKES.
    Wer also bei der nächsten BT-Wahl die Genosse der Bosse Version 1.0 vergisst und wieder SPD wählt, darf sich nicht wundern, wenn er später mit Hart5 und Hartz6 aufwacht.

    Die meisten Bürger in Deutschland sind mit der €-Rettungspolitik nicht einverstanden. Trotzdem wird sie umgesetzt, ganz egal, wen wir wählen. Dabei ist es UNSER Geld, das da ausgegeben wird.

    Es gibt aber DOCH eine Alternative.
    Schauen Sie mal hier: www.wahlalternative2013.de

  • Massenhaft Scheidungen und zerbrechende Familien, Abtreibungen, Euthanasie, Gender Mainstreaming, ausufernde Verschuldung, Kindermangel (mit Ausnahme von vernachlässigten Kindern), Glaubensabfall, Bekämpfung alles Christlichen, Durchdringung des öffentlichen Raums mit Pornografie und Idealisierung der Homosexualität, Verfall von Opferbereitschaft und Verantwortung, aber: Glaube an den Staat und die Rentenversicherungen, die gefälligst nicht nur alle Lebensrisiken abzudecken sondern auch noch einen relativen Lebensstandard abzusichern haben, Respektlosigkeit vor dem Eigentum des Anderen (im Grossen wie im Kleinen, siehe Graffiti), regelmässige Unruhen in grossen europäischen Städten (Paris, London, Athen, Berlin), usw usw...

    Das "Zivilisationsprojekt" EU ist in Wirklichkeit ein Desaster.

  • LOL, Lächerlich!
    Die Asiaten sind nicht so super-dämlich wie die Deutschen!

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