London
Cameron droht Boni-Bankern mit höheren Steuern

In Großbritannien ist der Kampf um die umstrittenen Bonuszahlungen voll ausgebrochen. Der konservative britische Premierminister David Cameron warnte die Banker, dass ihnen höhere Steuern drohen, sollten sie weiter „ungerechtfertigt“ hohe Ausschüttungen an ihre Mitarbeiter auszahlen.
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LONDON. Für Anfang dieser Woche haben Finanzminister George Osborne und Wirtschaftsminister Vince Cable eine Gruppe hochrangiger Banker einbestellt, um sie auf Zurückhaltung bei der diesjährigen Bonusrunde einzuschwören. Auch die britische Zentralbank hat die Banken aufgefordert, ihre Gewinne lieber zur Aufpolsterung ihrer Kapitalreserven statt für hohe Boni zu nutzen.

Camerons Vorgänger, der Labour-Premier Gordon Brown hatte im vergangenen Jahr eine Sondersteuer auf die Bonuszahlungen verhängt, allerdings versprochen, dass es sich um eine einmalige Aktion handele. Die Volkswirte des Centres for Economics & Business Research erwarten, dass die britischen Banken in diesem Jahr sieben Milliarden Pfund an ihre Mitarbeiter ausschütten, nach acht Milliarden im Vorjahr.

Am vergangenen Freitag hat die britische Finanzaufsicht FSA eine neue Fassung ihrer Entlohnungsregeln veröffentlicht, die grundsätzlich für über 2 700 Finanzfirmen in der City gilt. Mit dem neuen Code setzt die FSA die strengen Vorgaben um, auf die sich die Vereinigung der europäischen Finanzaufseher CEBS Mitte Dezember geeinigt hatte. Die neuen Regeln gehen deutlich über die Reformen in den USA und Asien hinaus und werden ab Januar gelten – und damit für die Boni, die die Banken für das Jahr 2010 ausschütten wollen.

Der neue Code sieht vor, dass der Anteil der sofort in bar auszahlbaren Boni auf zehn Prozent der Gesamtsumme begrenzt wird. Außerdem müssen größere Institute 60 Prozent der Ausschüttung auf drei bis fünf Jahre strecken. Garantieboni für Banker, die den Arbeitgeber wechseln, sollen künftig auf ein Jahr beschränkt bleiben. Die neuen CEBS-Regeln gelten nicht nur für europäische Banker, sondern für die weltweiten Angestellten aller Institute mit Sitz in der EU. Politiker und Regulierer glauben, dass die alte Bonuskultur die Banker dazu verleitete, exzessive Risiken einzugehen, weil die Regeln kurzfristige Erfolge belohnten, langfristige Gefahren aber außer Acht ließen.

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