London hält an „Dialog“-Politik fest
Iran lässt britische Soldaten frei

Nach viertägigem diplomatischen Tauziehen zwischen London und Teheran sind am Donnerstag acht britische Marinesoldaten in Iran freigelassen worden. Unmittelbar nach Übergabe der Männer an die britische Botschaft in Teheran machte Außenminister Jack Straw in London deutlich, dass Großbritannien an seiner Politik des „konstruktiven Dialogs“ mit Iran festhalten will.

HB LONDON/TEHERAN. „Wir arbeiten hart an diesen Beziehungen, und manchmal sind sie kompliziert“, sagte Straw. Er dankte seinem iranischen Amtskollegen Kamal Charrasi ausdrücklich für dessen „Unterstützung“ bei den Bemühungen um die Freilassung des Royal-Navy-Teams.

Die drei Patrouillenboote der im Südirak stationierten Briten waren am Montag wegen der angeblichen Verletzung iranischer Hoheitsgewässer im Schatt el Arab, dem Mündungsfluss von Euphrat und Tigris, aufgebracht worden. Nach inoffiziellen Angaben sollen Mitglieder der Islamischen Revolutionären Garden dafür verantwortlich gewesen sein. Die Briten, sechs Marinesoldaten und zwei Matrosen, hatten während ihrer Gefangenschaft zugegeben, sie seien durch einen Navigationsfehler versehentlich in die iranischen Gewässer in der Grenzregion zum Irak geraten.

Bei den intensiven viertägigen Bemühungen um ihre Freilassung waren interne Spannungen innerhalb des iranischen Machtapparats zwischen gemäßigten und radikalen Kräften deutlich geworden. Während Charrasi seinen „persönlichen Einsatz“ für eine Lösung versprach, zeigte das iranische Fernsehen Bilder, auf denen die Briten - eher wie Kriegsgefangene oder Geiseln - mit verbundenen Augen beim Marsch vorgeführt wurden.

Nach Freilassung der Briten blieb am Donnerstag zunächst unklar, was mit den drei Patrouillenbooten geschehen soll, die mit modernster Technik ausgerüstet waren. Sie wurden bei Übergabe der Männer nicht mit ausgehändigt. Nach offizieller britischer Darstellung war das Royal-Navy-Team zum Zeitpunkt der Beschlagnahme vom südirakischen Hafen Umm Kasr nach Basra unterwegs, um dort dem irakischen Zoll die Boote zu übergeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%