Londoner Anschläge
Drahtzieher offenbar identifiziert

Auch bei dem Drahtzieher der Anschläge auf den Londoner Nahverkehr soll es sich nach Informationen der "Times" um einen Briten mit pakistanischen Wurzeln handeln. Zuvor hatte die Polizei die vier Attentäter als Söhne pakistanischer Einwanderer identifiziert.

HB LONDON. Die Zeitung schreibt unter Berufung auf Quellen bei den Ermittlungsbehörden, der mutmaßliche Drahtzieher sei etwa Mitte 30 und vermutlich bereits früher an Terroranschlägen beteiligt gewesen. Er sei im vergangenen Monat aus dem Ausland eingereist, in einem britischen Hafen angekommen und von dort ins nordenglische Leeds weiter gefahren Dort habe er möglicherweise seine "Rekruten" unterwiesen, wie die Bomben gleichzeitig zu zünden seien. Einen Tag vor den Anschlägen habe der Mann Großbritannien wieder verlassen. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der Verdächtige Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida in den USA hat.

Am Mittwochabend durchsuchte die britische Polizei ein Haus in Aylesbury nordöstlich von London. Wie die BBC berichtet, wurde weder jemand festgenommen noch Sprengstoff sicher gestellt. Der Hintergrund der Durchsuchung ist noch nicht bekannt. Die Attentäter stammen aus Leeds und aus der Stadt Luton bei London. Ihre Häuser waren bereits durchsucht worden.

Unterdessen ist in Deutschland eine Debatte um eine Ausweitung der Videoüberwachung entbrannt. Das umfassende britische System mit tausenden Kameras hatte den Ermittlern geholfen, die Attentäter von London zu identifizieren. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sagte nun: "Wir brauchen den umfassenden Einsatz der Videokameras auf rechtsstaatlicher Basis für öffentliche Plätze, Bahnhöfe, Flughäfen und andere wichtige Bereiche."

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein plädierte dafür, mehr "gefährliche Orte" mit Kameras zu überwachen. "Ganz wichtig im kommenden Jahr: Kameras an den Plätzen, wo die (Fußball-WM-Spiele auf Großbildwänden übertragen werden." Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach, schränkte im "Handelsblatt" allerdings ein, eine Videoüberwachung sei nur an Orten, an denen oft Straftaten begangen würden, richtig.

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