Londoner Hochhausbrand Opferzahl steigt womöglich auf 79

Die Feuerkatastrophe von London gehört zu den folgenschwersten Hochhausbränden weltweit. Die Behörden rechnen derzeit mit 79 Todesopfern, es könnten sogar mehr sein. Bei den Hinterbliebenen mischen sich Wut und Trauer.
Update: 19.06.2017 - 16:56 Uhr 1 Kommentar

Tragische Bilder aus dem Greenfell Tower

Tragische Bilder aus dem Greenfell Tower

LondonSogar erfahrene Ermittler können das Ausmaß der Feuerkatastrophe schwer fassen: Die Polizei rechnet nach dem Hochhausbrand in London nun mit 79 Todesopfern. Die erneut gestiegene Zahl teilte Stuart Cundy von Scotland Yard am Montag der Öffentlichkeit mit. Bislang seien offiziell erst fünf Opfer identifiziert. Es sei durchaus möglich, dass das nicht bei allen Todesopfern gelingen werde, so sehr habe das Feuer im Grenfell Tower gewütet.

Mit Tränen in den Augen trat der erfahrene Londoner Polizist Cundy am Montag vor die Presse und verkündete: „Ich muss ihnen leider mitteilen, dass es nun 79 Menschen gibt, die unseren Informationen zufolge tot sind oder vermisst werden und von denen wir annehmen müssen, dass sie tot sind.“

Die Opferzahl könnte in den kommenden Tagen auch noch weiter steigen. Aber die Londoner Polizei erwarte keinen so hohen Anstieg mehr wie dies in den vergangenen Tagen der Fall war. Und eine gute Nachricht: Fünf nach dem Brand vermisst geglaubte Bewohner seien wohlauf. Zu den Ermittlungen zur Brandursache machte Cundy keine Angaben.

Dafür veröffentlichten die Behörden am Montag Bilder aus dem Hochhaus, die das ganze Ausmaß der Katastrophe zeigen. „Es ist unglaublich schwierig, die Zerstörung in einigen Teilen des Gebäudes zu beschreiben“, sagte Cundy. Er habe viele Kriminalfälle untersucht, fügte er hinzu. „Aber nichts hat mich darauf vorbereitet, was ich dort drinnen gesehen habe.“ Er könne sich nicht vorstellen, was die Familien durchmachen.

In ganz Großbritannien gedachten die Menschen der Toten am Montag um 11 Uhr (Ortszeit) - bei kurzen Gedenkveranstaltungen in öffentlichen Gebäuden, Bildungseinrichtungen oder auch bei Sportveranstaltungen. Auch auf den Straßen hielten viele für eine Minute inne.

Londons Feuerwehrchefin Dany Cotton erklärte BBC Radio, sie verstehe den Frust und das Leid jener Menschen, deren Angehörige noch nicht identifiziert seien. Die Identifizierung der Leichen sei durch das Feuer schwierig. „Deshalb ist es noch wichtiger, dass wir sicherstellen, dass wir dies wohlüberlegt, vorsichtig und gut organisiert durchführen.“ Es könne noch Tage dauern, bis die Feuerwehr alle Wohnungen erreicht habe.

Mit Blick auf die Ursache und mögliche Konsequenzen der Katastrophe geht Schatzkanzler Philip Hammond davon aus, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten sei. Londons Bürgermeister Sadiq Khan brachte sogar den Abriss veralteter Hochhäuser ins Gespräch.

Hochhaus im Flammenmeer
24-stöckiges Wohngebäude
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Im Zentrum Londons steht ein 24-stöckiges Hochhaus in Flammen. Die Polizei bestätigt den Tod von zwölf Menschen. Es werde aber befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steige, teilt sie mit. Bis zum frühen Mittwochabend waren nach Angaben der Rettungskräfte mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt worden. Einen Terroranschlag schließt Scotland Yard aus.

Zahl der Toten dürfte steigen
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Die Londoner Polizei geht von weiteren Todesfällen aus. „Es werden noch Menschen vermisst“, sagte Stuart Cundy von Scotland Yard am Mittwoch. Teams suchen in dem 24-stöckigen Gebäude nach Opfern. Der Brand in dem Hochhaus ist noch nicht gelöscht.

Gebäude ist derzeit stabil
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Trotz der Feuerkatastrophe in dem Londoner Hochhaus halten die Einsatzkräfte das Gebäude derzeit für stabil genug, um weiter darin nach möglicherweise eingeschlossenen Menschen zu suchen. Ein Experte überprüfe laufend die Statik des Grenfell Towers, sagte die Londoner Feuerwehrchefin Dany Cotton am Mittwoch in der Nähe des Gebäudes, aus dem immer noch Rauchschwaden emporstiegen. Einsatzkräfte seien bislang bis zum 19., 20. Stockwerk gelangt.

Mangelnder Feuerschutz?
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In dem Hochhaus soll es bereits Beschwerden über unzureichenden Feuerschutz gegeben haben. Mehrere Anwohner hatten darauf hingewiesen, dass es nur einen Notausgang gäbe und Menschen bei einem Feuer eingeschlossen werden könnten. Augenzeugen sagten zudem, das Feuer sei im unteren Teil des Gebäudes mit mehr als 20 Stockwerken ausgebrochen und habe sich dann nach oben durchgefressen.

Baufirma reagiert schockiert
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Die Baufirma Rydon hat schockiert auf den Hochhausbrand in London reagiert. Sie war für die Sanierung des 24-stöckigen Grenfell Towers zuständig. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma am Mittwoch mit.

Auswirkungen auf Brexit-Gespräche
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Die Verhandlungen zwischen den Tories von Premierministerin Theresa May und den nordirischen Unionisten verzögern sich wegen des Feuers der BBC zufolge. Eine Einigung werde nicht mehr am Mittwoch bekanntgegeben, sondern könnte bis kommende Woche verschoben werden. Das bedeute, dass sich auch der Beginn der Verhandlungen über einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union verzögern könne.

Bürgermeister verspricht Aufklärung
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Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat nach dem Brand in einem Hochhaus umfassende Aufklärung versprochen. „Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden“, teilte Khan am Mittwoch über Twitter mit. Die entsetzlichen Bilder hätten ihn schwer getroffen. Es habe Tote gegeben, Rettungskräfte hätten mehr als 50 Menschen mit Verletzungen in Kliniken gebracht. Die Feuerwehr müsse mit einer Lage klarkommen, die sich ständig verändere, schrieb Khan. Die Zahl könne daher weiter steigen.

Sowohl die Behörden als auch das zuständige Bauunternehmen waren nach dem Brand in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll Berichten zufolge zu der Katastrophe beigetragen haben. Zudem habe es im Grenfell Tower keine angemessenen Fluchtwege gegeben.

Das Feuer im Grenfell Tower im Londoner Stadtteil Kensington war in der Nacht auf Mittwoch aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Berichten zufolge lebten zwischen 400 und 600 Menschen in dem 24 Stockwerke hohen Sozialbau. Die Feuerkatastrophe von London gehört zu den folgenschwersten Hochhausbränden weltweit.

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Londoner Hochhausbrand: Opferzahl steigt womöglich auf 79"

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  • Gem. alternativer Medien ist der Hochhausbrand eine Folge der Ökoreligion. Im Sinne des Dämmwahns wurde die Fassade kürzlich mit geschäumten PU, oder PS Platten gedämmt an denen sich ein einfacher Wohnungsbrand zur Brandkatastrophe ausgeweitet hat.

    Gem. der Ökosaga vom Klimawandel (Ökoreligion), sollen die Temperaturen global um 2°C steigen. Damit reduziert sich die Heizperiode und der Heizbedarf für Gebäude erheblich. Gleichzeitig sollen gem. dieser Religion die Gebäude so isoliert werden wie dies für Gebäude jenseits des Polarkreises angemessen ist (ENEV). Dies ist meines Erachtens inkonsistent. Da diese Religion weder von den Qualitätsmedien, noch von grossen Teilen der Bevölkerung hinterfragt wird, stört die Inkonsistenz allerdings nicht.

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