Londoner Institut warnt vor „Atommacht El Kaida“
Iran droht mit Scheitern der Atom-Verhandlungen

Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm stecken fest. Teheran droht bereits mit einem Scheitern der Gespräche. Britische Experten warnen vor einem Schreckensszenario.

HB BRÜSSEL. Die Atomgespräche zwischen der Europäischen Union und Iran werden an diesem Mittwoch in Genf fortgesetzt. Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen im Auftrag der EU erneut einen Versuch unternehmen, Iran zu einem dauerhaften Verzicht auf die Urananreicherung zu bewegen. Auf diese Weise sollen auch ein Einschalten des UN-Sicherheitsrates und damit verbundene UN-Sanktionen gegen das Land verhindert werden.

Die vorbereitenden Gespräche am Dienstag in Brüssel seien jedoch hart, schwierig und „möglicherweise nicht sehr hoffnungsvoll“ gewesen, sagte Ali Aqamohammadi, ein Mitglied der iranische Delegation, der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Sollte dieser Trend in Genf anhalten, führe dies die Verhandlungen in eine Sackgasse.

Auch ein Sprecher des iranischen Außenministeriums drohte mit dem Abbruch der Gespräche, sollten die EU-Staaten dem Iran nicht entgegenkommen. „Die morgige Sitzung könnte ein Ende der ausgedehnten Gespräche mit den Europäern bringen, wenn sie kein klares Angebot vorlegen“, sagte er „Radio Teheran“.

Vertreter der EU äußerten sich nicht. Das Londoner Instituts für Internationale Strategische Studien (IISS) warnte derweil vor einem möglichen Schreckensszenario. Das Institut zählt die Atompläne Nordkoreas und Irans sowie die Versuche islamischer Terrorgruppen, in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu gelangen, zu den größten Risikofaktoren.

IISS kritisierte in einem Bericht die zunehmend „nachlässige“ Haltung der internationalen Gemeinschaft bei der Umsetzung des Atomwaffensperrvertrags. Wenn nicht viel härter daran gearbeitet werde, die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern, bestehe „das Risiko, dass das Länder übergreifende islamistische Terrornetz, dem Osama bin Laden lose vorsteht, eine Atommacht wird“.

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