Lord Adair Turner
Neuer Chef für britische Aufsicht

Die Londoner Labour-Regierung hat einen ihrer bekanntesten Krisenmanager zum Chairman der Finanzaufsicht FSA befördert. Lord Adair Turner, der ehemalige Chef des Industrieverbandes CBI, soll den Posten an der Spitze der Finanzaufsicht im September von Callum McCarthy übernehmen und das Vertrauen in die Kontrollbehörde wiederherstellen.

LONDON. Turner tritt sein Amt in einer schwierigen Zeit für die FSA an. Die Aufseher sind bei der Bewältigung der großen Finanzkrise heftig in die Kritik geraten. Vor allem der Beinahekollaps der Hypothekenbank Northern Rock sorgte für einen massiven Vertrauensverlust. In einem Untersuchungsbericht musste die FSA schwere Fehler bei der Überwachung von Northern Rock einräumen.

Seither versucht die Behörde mit einer Reihe öffentlichkeitswirksamer Initiativen das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Unter anderem wollen die Kontrolleure in Zukunft eine Rangliste der britischen Geldhäuser mit den größten Servicemängeln veröffentlichen. Die FSA überwacht insgesamt mehr als 18 500 Banken, Versicherer, Makler und Anlageberater. Auf 400 dieser Unternehmen entfallen fast 99 Prozent aller Kundenbeschwerden, wobei die Banken dominieren.

Außerdem drängte die FSA zuletzt auf eine Reform des in der Kreditkrise in die Kritik geratenen Bonussystems der Investmentbanken. Geht es nach den Vorstellungen der Aufseher, dann werden die Geldhäuser ihre Mitarbeiter in Zukunft bei Verlusten in die Haftung nehmen. Das soll den Risikoappetit von Händlern und Bankern zügeln.

Der neue FSA-Chairman Turner arbeitet derzeit noch als Chefbeauftragter für Umwelt- und Klimafragen für die Labour-Regierung. Außerdem sitzt er im Aufsichtsrat des deutschen Siemens-Konzerns.

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