Lou Jiwei
Chinas Finanzminister zweifelt an Lösung der Euro-Krise

China blickt mit Sorge auf die europäische Schuldenkrise. Finanzminister Lou Jiwei glaubt nicht, dass Europa die Probleme schnell in den Griff bekommen kann. Das habe auch Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft.
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PekingChinas Finanzminister Lou Jiwei zweifelt daran, dass Europa seine Schuldenkrise schnell in den Griff bekommt. „Ich bin sehr in Sorge um Europa. Ich mache mir Gedanken, ob sie aus dem Ärger in den kommenden zehn Jahren herauskommen", sagte Lou am Sonntag auf einem Wirtschaftsforum. Zugleich wies der erst seit Kurzem im Amt befindliche Finanzminister darauf hin, dass Probleme im Ausland auch Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft hätten. Diese ist immer stärker von der Auslandsnachfrage abhängig.

Sollten sich die äußeren Bedingungen verbessern, könne die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schneller einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, sagte Lou. Sei dies nicht der Fall wäre es schwierig, das Haushaltsdefizit schnell zu reduzieren. Die Ausgaben des Staates stiegen stetig und die Einnahmen legten lediglich im einstelligen Prozentbereich zu. China hat zuletzt vor allem stark in den Aufbau der Infrastruktur investiert.

Die neue Regierung in Peking hat für die Wirtschaft 2013 ein Wachstumsziel von 7,5 Prozent ausgegeben. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt noch um 7,8 Prozent gestiegen. Von solchen Werten können westliche Industriestaaten nur träumen - für China war es jedoch das schlechteste Ergebnis seit 1999. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass die Wachstumsraten Ende des Jahrzehnts näher an fünf Prozent dran sind als an den zehn Prozent im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Lou Jiwei: Chinas Finanzminister zweifelt an Lösung der Euro-Krise"

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  • Es ist immer wieder Erstaunlich, wie die EU faule Kompromisse
    nach angeblich harten Verhandlungen präsentiert. Die Zypern sind gerettet, der Präsident wollte zurück treten. Was hätte ein Rücktritt gebracht? Der nächste wartet schon auf seine Chance. Was mich interessiert ist ob die EZB weiter wie bisher zur stabilisierung Geld in den Bankensektor pumpt und wieviel ist das. Weiter die Frage ,können die
    Anleger großer Vermögen eventuell gegen den "Raub" vor Gericht klagen. Was ist wenn ein Parlament das krumme Spiel durchschaut und den Rettungsplan ablehnt? Die Zyprier haben angeblich mehr Banken als die Schweiz, da
    fällt eine weniger nicht auf also gehen die Geschäfte woanders weiter. Mein Fazit, Zypern wird so oder so gerettet,selbst wenn am Ende die EU alles bezahlt. Das
    kann man dann auch noch hübsch verpackt erklären.

  • Europa rast dorthin, woher China kommt. Finanzminister Lou Jiwei weiß was er sagt. Er sagt etwas, dass die offiziellen Stellen in Europa nie aussprechen würden. Und das nicht wegen Ihrer Klugheit, denn vielmehr wegen ihrer Angst. Mit der Einstellung: "In China ist ein Reissack umgefallen" sieht man wie kurzsichtig manche Denkweise in globalem Dorf ist. China spricht sicher vieles auch nicht aus, besonders das, was uns am Herzen liegt und China betrifft. Um so mehr sollten wir Leser solch eine Aussage nicht als unwichtig abtun.

  • Der Mann sieht die Sache realistisch. Die EU, Europas Untergang, kann die Krise überhaupt nicht lösen. Es gibt in Europa viel zu viel divergierende Interessen. Es ist auch ein Märchen dass nur ein vereintes Europa sich gegen die Untergehenden Staaten von Amerika (USA) und gegen China behaupten kann. Wir verschwenden Zeit und in dieser Zeit sind andere aktiv und besetzen die Positionen welche wir auch besetzen könnten.

    Nicht nur Deutschland sondern ganz Europa baut sich ab und der Euro hat fertig.

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