Lückenhafter Atombericht
Nordkorea bleibt Antworten schuldig

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat den von Nordkorea vorgelegten Atombericht bemängelt. Er gehe nicht auf den Verdacht der USA ein, dass Nordkorea heimlich Uran für Atomwaffen anreichere, sagte Rice am Samstag in Südkorea.

HB SEOUL. Auch bleibe Nordkorea Antworten auf Fragen nach einem Technologietransfer in andere Länder schuldig. Das kommunistisch regierte Land erörtert in dem nach monatelanger Verzögerung vorgelegten Bericht vor allem die Produktion waffenfähigen Plutoniums. Uran kann seinerseits je nach Anreicherungsgrad auch für Atomwaffen genutzt werden.

Rice forderte die Regierung in Pjöngjang auf, ihren Verpflichtungen zur atomaren Abrüstung nachzukommen. „Am Ende müssen wir die Aufgabe aller Programme, Waffen und Materialien haben“, betonte Rice, die mit südkoreanischen Regierungsvertretern über die Entwicklung im Atomstreit mit Nordkorea sprach. Das verarmte und international isolierte Land hatte sich Ende 2007 gegenüber Südkorea, China, Japan, Russland und den USA zur atomaren Abrüstung verpflichtet.

Mit dem am Donnerstag vorgelegten Bericht sollte nun der Weg für ein Ende des Atomstreits freigemacht werden sollte. Zudem wurde am Freitag in einem symbolischen Akt der Kühlturm des Atomreaktors in Yongbyon gesprengt. Im Gegenzug lockerten die USA einige Sanktionen gegen Nordkorea und kündigten an, das Land von ihrer Liste der Staaten zu streichen, die Terrorismus unterstützen.

Nordkorea hat Vorwürfe der USA stets zurückgewiesen, heimlich Uran für Atomwaffen anzureichern und Technologie an Länder wie Syrien zu liefern. Kernfragen zu beiden Punkten bleiben Experten zufolge in dem Bericht unbeantwortet. „Bisher haben wir für beide nicht die Antworten, die wir brauchen“, bestätigte Rice bei einer Pressekonferenz mit dem südkoreanischen Außenminister Yu Myung-Hwan.

Einem japanischen Zeitungsbericht zufolge gibt es aber auch bei den Informationen über die Plutoniumproduktion Zweifel. Die Zeitung „Asahi Shimbun“ berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, Nordkorea habe in dem Report die Herstellung von 30 Kilogramm Plutonium angegeben. US-Vertreter gingen aber davon aus, dass die Produktion eher bei 50 Kilogramm liegen könnte. Unterhändler bei den Atomverhandlungen haben die Hoffnung geäußert, schon in Kürze neue Gespräche über Maßnahmen zur Überprüfung und die Abrüstungsschritte beginnen zu können.

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