Luftangriff auf Hilfskonvoi in Syrien: Ärztliche Versorgungseinrichtung getroffen

Luftangriff auf Hilfskonvoi in Syrien
„Alle Beweise deuten auf Assad oder Russland hin“

Ärztliche Versorgungseinrichtung getroffen

US-Präsident Barack Obama warb erneut für eine diplomatische Lösung des Konflikts. „In Syrien kann es am Ende keinen militärischen Sieg geben“, sagte Obama bei seinem letzten Auftritt bei der Uno-Generaldebatte. „Wir müssen den harten Weg der Diplomatie weiterverfolgen.“

Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, schätzte die Chancen für eine neue Feuerpause in Syrien allerdings derzeit als sehr gering ein. Russland trage nicht die Alleinschuld an der Lage in Syrien, sagte der SPD-Politiker dem „Mannheimer Morgen“ (Mittwoch). „Einseitige Schuldzuweisungen sind nicht angebracht.“ Hilfreich könne ein direktes Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin sein.

Bei einem Luftangriff in Nordsyrien sind nach Angaben von Aktivisten vier Mitarbeiter einer medizinischen Hilfsorganisation getötet worden. Kampfflugzeuge hätten eine ärztliche Versorgungseinrichtung in dem Ort Chan Tuman südwestlich der Großstadt Aleppos getroffen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

Zwei der Toten waren demnach für die Union of Medical Care and Relief Organizations (UOSSM) als Krankenpfleger im Einsatz, die beiden anderen als Fahrer von Rettungswagen. Ums Leben gekommen seien auch neun Anhänger islamistischer Milizen, hieß es weiter.

UOSSM teilte mit, ein Krankenpfleger befinde sich wegen schwerer Verbrennungen noch in kritischem Zustand. Der Angriff am späten Dienstagabend habe die komplette dreistöckige Versorgungseinrichtung zerstört. Unter den Trümmern lägen noch Opfer.

Unklar war zunächst, wer für den Bombenangriff verantwortlich war. In der Region fliegen normalerweise nur Syrien und sein Verbündeter Russland Luftangriffe. Syriens Militär hatte am Montagabend die Waffenruhe nach einer Woche für beendet erklärt. Kurz darauf begannen Jets mit heftigen Luftangriffen auf Rebellengebiete in der Provinz Aleppo und der gleichnamigen Stadt. Getroffen wurden in der Region auch Lastwagen eines Konvois mit Hilfsgütern für Notleidende.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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