Luftangriff auf nördlichen Gazastreifen
Israel spricht mit Abbas-Regierung

Die israelische Regierung hat ihren ersten offiziellen Kontakt mit dem palästinensischen Notstandskabinett aufgenommen, das Präsident Mahmud Abbas aus gemäßigten Kräften gebildet hat. Gleichzeitig wurden aber auch erstmals seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen Luftangriffe auf das Autonomiegebiet geflogen.

HB JERUSALEM. Israels Außenministerin Zipi Liwni habe am Mittwoch Gespräche mit Ministerpräsident Salam Fajad geführt, teilte die Regierung in Jerusalem mit. Liwni habe dabei betont, dass die neue Palästinenser-Regierung „in verschiedenen Bereichen Fortschritte ermöglicht, auch im politischen Prozess“. Abbas hatte das Kabinett gebildet, nachdem die radikal- islamische Hamas im Gazastreifen die Macht mit Gewalt an sich gerissen hatte.

Unterdessen hat Israel zudem wieder Luftangriffe auf das Autonomiegebiet geflogen. Die Attacke vom Mittwoch galt zwei Stellungen von Raketenwerfern im Norden des Küstenstreifens, wie die Streitkräfte mitteilten. Zuvor sei eine Rakete palästinensischer Extremisten unweit der israelischen Grenzstadt Sderot eingeschlagen. Ob bei dem Luftangriff Menschen zu Schaden kamen, war zunächst unklar.

Palästinenserbehörde warnt vor Lebensmittelknappheit

Die Palästinensische Autonomiebehörde hat am Mittwoch außerdem vor einer bevorstehenden Lebensmittelknappheit im Gazastreifen gewarnt. Man erwarte, dass Grundnahrungsmittel wie Mehl, Reis und Zucker in gut einer Woche zur Neige gingen - es sei denn, internationale Hilfsorganisationen könnten für Nachschub sorgen, erklärten hochrangige palästinensische Repräsentanten.

Seit der Machtübernahme der radikal-islamischen Hamas-Bewegung im Gazastreifen in der vergangenen Woche sind die Grenzübergänge zu dem Palästinensergebiet am Mittelmeer geschlossen. Die etwa 1,5 Mill. Einwohner des Gazastreifens brauchten täglich etwa 450 Tonnen Nahrung, erklärte Sajeb Erekat, ranghohes Mitglied der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Die Vorräte würden noch für etwa neun Tage reichen. Abbas hatte Erekat zum Verantwortlichen für die Koordinierung humanitärer Hilfe für den Gazastreifen ernannt. Erekat warnte am Mittwoch vor Journalisten in Ramallah vor einer „Katastrophe“ in Gaza, wo die Lage bereits „sehr ernst“ sei. Er verwies darauf, dass Hamas nun die Kontrolle über einige der Grenzübergänge übernommen habe.

Auch in Krankenhäusern im Gazastreifen mangele es bereits an Medikamenten. Bei den einwöchigen Kämpfen sind etwa 130 Palästinenser getötet worden, etwa 650 wurden verletzt. Er sei mit Israel in Kontakt, damit 55 Schwerverletzte in israelischen Krankenhäusern behandelt werden können, sagte Erekat.

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