Luftangriff im Roten Meer
31 Flüchtlinge sterben bei Bootsangriff

Nicht nur über das Mittelmeer versuchen Flüchtlinge ihre Heimatländer zu verlassen. Auch im Roten Meer steigen Menschen in Boote, um vor dem Krieg zu fliehen. Doch auch dort sind sie nicht vor Angriffen sicher.
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SanaaBeim Beschuss eines Flüchtlingsbootes vor der Westküste des Jemens sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 31 Somalier getötet worden. Etwa 80 Überlebende seien in Krankenhäuser im Jemen gebracht worden, sagte IOM-Sprecher Joel Millman am Freitag in Genf. Er bezog sich dabei auf Berichte von Mitarbeitern der Organisation im Jemen.

An Bord des Schiffes seien 145 Migranten aus Somalia und dem Jemen gewesen, sagte Daoud Fadel, ein Sicherheitsbeamter des Fischereihafens der Provinz Hodeida. Das Boot sei auf dem Weg in Richtung Sudan gewesen, als es vor der Küste der Provinz von einem Militärhubschrauber angegriffen worden sei.

Die Region im Westen des Jemens wird überwiegend von schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert. Im Jahr 2014 hatten die Huthis große Teile des Nordjemens eingenommen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Seit März 2015 fliegt Saudi-Arabien zusammen mit verbündeten sunnitisch-arabischen Staaten Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt die international anerkannte sunnitische Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi.

Die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba machte die von Saudi-Arabien geführte und von den USA unterstützte Koalition für den Angriff auf das Flüchtlingsboot verantwortlich.

In den vergangenen Jahren machen sich immer mehr Menschen auf die Flucht vor dem Bürgerkrieg. In kleinen Fischerbooten versuchen sie, die Meerenge zu überqueren, die das Rote Meer vom Indischen Ozean trennt. Während die meisten Flüchtlinge aus dem Jemen nach Süden in Richtung Dschibuti fliehen, versuchen Flüchtlinge aus Afrika das Rote Meer in Richtung Ägypten zu überqueren.

In der Provinz Hodeida waren erst vor rund einer Woche mindestens 22 Zivilisten bei einem Luftangriff auf einen Marktplatz getötet worden. In den vergangenen Tagen hatten die Vereinten Nationen eindringlich vor einer Hungerkrise im Jemen gewarnt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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