Luftangriff in Syrien
Russland weist Verantwortung zurück

Mindestens 26 Tote, darunter 20 Kinder. Das ist die erschreckende Bilanz des Luftangriffs auf eine syrische Schule. Bisher ist unklar, wer für den Angriff verantwortlich ist. Moskau dementiert eine Beteiligung.

Russland hat die Verantwortung für einen Luftangriff auf eine Schule in Syrien mit zahlreichen getöteten Kindern zurückgewiesen. Die russische Luftwaffe sei an dem Angriff in Haas in der Provinz Idlib nicht beteiligt gewesen, erklärte die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, am Donnerstag. In Paris sagte Außenminister Jean-Marc Ayrault, entweder die russische oder die syrische Luftwaffe sei verantwortlich. "Es ist eben eine weitere Demonstration des Horrors in diesem Krieg, der ein Krieg gegen das syrische Volk ist, was wir nicht akzeptieren können." Die Vereinten Nationen versicherten, sie würden weiterhin versuchen, die belagerte Rebellen-Enklave in der Großstadt Aleppo zu evakuieren und die Einwohner mit Lebensmitteln zu versorgen.

Bei dem Angriff auf die Schule in dem Dorf Haas sind nach Angaben der Syrische Zivilverteidigung mindestens 26 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder. Die oppositionsnahe Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte sprach ihrerseits von 15 getöteten Kindern. Das syrische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf Militärkreise, zahlreiche Aufständische seien bei Angriffen in Haas getötet worden. Eine Schule wurde nicht erwähnt. Russland unterstützt die syrische Regierung im Kampf gegen Aufständische und gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Die USA helfen dagegen Rebellen im Kampf gegen den IS, lehnt den Verbleib von Präsident Baschar al-Assad an der Staatsspitze jedoch ab.

In Genf versicherte der humanitäre Fragen zuständige UN-Gesandte Jan Egeland, die Vereinten Nationen würden die Versuche nicht aufgeben, den Menschen in Aleppo zu helfen. Auf die ehemalige Millionenmetropole im Norden Syriens konzentrieren sich die heftigsten Kämpfe in dem 2011 ausgebrochenen Bürgerkrieg. Im Osten der Stadt haben sich Rebellen verschanzt und leisten seit Wochen Widerstand gegen die Truppen Assads, die aus der Luft von der russischen Luftwaffe unterstützt werden. Eine einseitig von Russland erklärte Feuerpause konnten die UN für Hilfslieferungen und Evakuierungen nicht nutzen, da sie nicht von allen Seiten die Zusicherung eines freien Geleits erhalten hatten.

Im Norden Syriens sollen nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterdessen kurdische Milizen und IS-Kämpfer aus dem Grenzgebiet vertrieben werden. Moderate Rebellen sollen demnach mit Unterstützung der türkischen Luftwaffe und Artillerie auf das von Kurden-Milizen besetzen Manbidsch vorstoßen. Ziel ist demnach auch die IS-Hochburg Rakka. Der Kampf der türkischen Armee hat bereits für diplomatische Verwicklungen gesorgt, denn die USA haben bisher die Kurden-Miliz YPG bei Vorstößen gegen den IS unterstützt. Nach Angaben eines US-Kommandanten soll die YPG zwar am Sturm auf Rakka beteiligt werden. In die Stadt selbst sollen jedoch nur arabische Kräfte eindringen. 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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