Luftangriff
Israel tötet vier UN-Beobachter

Israelische Kampfflugzeuge haben vier UN-Beobachter im israelisch-libanesische Grenzgebiet getötet. UN-Generalsekretär Kofi Annan reagierte schockiert und sprach von einem „offenbar vorsätzlichen“ Angriff der Israelis. Denn die Mitarbeiter der Vereinten Nationen waren nicht etwa zu Fuß oder in einem Fahrzeug unterwegs, sondern in ihrem Posten.

HB BEIRUT. Der Stützpunkt der UN-Patrouille in Chijam nahe der Grenze zu Israel sei von einer Bombe direkt getroffen worden, sagte ein Sprecher der UN-Beobachtertruppe im Libanon (UNIFIL). Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben eines ranghohen libanesischen Militärangehörigen um UN-Beobachter aus Österreich, Kanada, China und Finnland. Die Truppe steht seit 1978 an der libanesisch-israelischen Grenze und überwacht sie.

Die Vereinten Nationen gehören zu den schärfsten Kritikern Israels in dem aktuellen Konflikt. Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, hatte nach einem Besuch eines zerstörten Stadtteils in Beirut schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. Er warf Israel vor, mit einer unverhältnismäßigen Reaktion auf einen Angriff der Hisbollah gegen internationales humanitäres Recht zu verstoßen. Die Hisbollah hatte zwei israelische Soldaten entführt, was den Krieg auslöste.

Israel hat sein Bedauern über den Tot der vier UN-Mitarbeiter zum Ausdruck gebracht. Der Luftangriff sei ein tragischer Vorfall und werde eingehend untersucht werden, sagte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums in Jerusalem am Mittwochmorgen. „UN-Personal zählt nicht zu unseren Zielen.“ Israel habe seit dem Beginn seiner Offensive gegen die Hisbollah im Libanon stets alles unternommen, um die Sicherheit der UNIFIL-Mitglieder zu garantieren.

Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman wies Annans Vorwurf eines absichtlichen Treffers zurück. Annan forderte eine umfassende Untersuchung „dieses äußerst beunruhigenden Vorfalls“. Bei der seit zwei Wochen andauernden Libanon-Offensive starben insgesamt 460 Menschen, davon 418 im Libanon.

Der Tod der vier UN-Mitarbeiter bringt Israel kurz vor dem Beginn der mit Spannung erwarteten internationalen Nahost-Konferenz in Rom in Bedrängnis. Hochrangige Vertreter mehrerer Länder und Organisationen wie den UN und der Weltbank kommen in der italienischen Hauptstadt zusammen, um über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah zu beraten. Erwartet werden unter anderem US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier. Auch mehrere arabische Länder werden vertreten sein, nicht aber Israel. Über Hilfen für die Flüchtlinge und den Einsatz einer multinationalen Friedenstruppe soll ebenfalls diskutiert werden.

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