Luftangriffe auf Aleppo: Syrisches Regime startet erneute Offensive gegen Rebellen

Luftangriffe auf Aleppo
Syrisches Regime startet erneute Offensive gegen Rebellen

Während es in New York keinen Durchbruch für die Rückkehr zur Waffenruhe in Syrien gibt, will das Regime von Rebellen gehaltenen Stadtteile Aleppos zurückerobern. Eine neue Offensive erschüttert die Stadt.

AleppoNach dem vorläufigen Scheitern diplomatischer Bemühungen für das Bürgerkriegsland Syrien hat das Regime schwere Luftangriffe auf die umkämpfte Stadt Aleppo geflogen. Mit mehr als 70 Bombardements bereiteten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad am Freitag eine Bodenoffensive auf die Rebellengebiete im Ostteil der belagerten Stadt vor, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Den zivilen Helfern der Weißhelme zufolge wurden mindestens 81 Menschen getötet.

Der schwere Beschuss der Rebellengebiete dauerte den zweiten Tag in Folge an. Baha al-Halabi, Aktivist in Aleppo, beschrieb die Situation als verheerend. Die ganze Stadt bebe als Folge der Einschläge. Die Armee habe Brandbomben und die international geächtete Streumunition eingesetzt.

Der in Aleppo lebende Jassin Abu Raid sagte der dpa: „Die Menschen sind hier nicht mehr sicher, nicht einmal mehr in Schutzräumen.“ Andere Bewohner gaben an, dass bei den letzten Bombenangriffen auch unterirdische Schutzräume zerstört worden seien. Rebellen verbreiteten in sozialen Netzwerken Durchhalteparolen wie: „Beschießt uns, hungert uns aus (...), egal was ihr macht, wir bleiben hier.“

Anwohner und ein Sprecher der Weißhelme sagten der Deutschen Presse-Agentur, alle Wege aus dem belagerten Ostteil der Stadt seien versperrt. In den Rebellengebieten Aleppos sollen sich noch mehr als 250.000 Menschen aufhalten.

Am Donnerstagabend hatte die Regierung von Präsident Baschar al-Assad über Staatsmedien den Beginn einer Offensive in Aleppo angekündigt, um den Ostteil der Stadt zurückzuerobern.

In New York blieben die internationalen Bemühungen für eine Rückkehr zur Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland am Donnerstagabend ohne Erfolg. Bei einem Treffen von mehr als 20 Außenministern am Rande der UN-Vollversammlung gelang es wieder nicht, sich auf eine neue Feuerpause zu verständigen, nachdem diese nach wenigen Tagen zusammengebrochen war.

Während US-Außenminister John Kerry sagte, er sei „frustrierter“ als am Tag zuvor, antwortete sein russischer Kollege Sergej Lawrow auf die Frage, ob es eine Vereinbarung gebe: „Nichts ist passiert.“

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier berichtete von einer „sehr offenen, sehr kontroversen“ Diskussion innerhalb der Gruppe. Normalerweise ist das eine Umschreibung dafür, dass gegenseitig massive Vorwürfe erhoben wurden.

Die Gespräche sollten am Freitag und im Laufe der kommenden Tage aber fortgesetzt werden. Dabei geht es entscheidend auch um die Frage, ob Russland und die syrische Armee zum Verzicht auf Luftangriffe in bestimmten Gebieten Syriens, die nicht von Islamisten gehalten werden, bereit sind.

Im Osten Aleppos rief die syrische Armee die Menschen über die Staatsmedien dazu auf, Stellungen von „Terrorgruppen“ zu meiden. Die Militärführung meint damit die verschiedenen Gruppen von Aufständischen in der Stadt. Bürger, die den Ostteil der Stadt verließen, müssten keine Festnahmen oder Befragungen fürchten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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