Luftangriffe auf Syrien
Russland und USA haben Redebedarf

Moskau lenkt ein: Angesichts westlicher Kritik an den unangekündigten Luftangriffen auf Syrien, ist Russland zu Gesprächen mit den USA bereit. Das kündigten die beiden Außenminister in New York an.

New YorkAngesichts der Verärgerung der USA über die russischen Luftangriffe in Syrien sollen Militärvertreter beider Seiten schnellstmöglich zu einem Gespräch zusammenkommen. "Wir haben uns über die Notwendigkeit verständigt, so bald wie möglich - vielleicht sogar schon morgen, jedenfalls so schnell wie möglich - ein Gespräch auf militärischer Ebene zur Entschärfung des Konflikts zu führen", sagte US-Außenminister John Kerry, als er in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow gemeinsam vor die Presse trat.

Kerry fügte hinzu, trotz der Besorgnis der USA über Russlands Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und die Auswahl der Ziele in Syrien für die ersten russischen Luftangriffe habe er mit Lawrow Ideen entwickelt, wie ein politischer Prozess zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien vorangetrieben werden könnte. Diese würden sie nun jeweils intern mit den beiden Staatschefs, US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin, erörtern.

Seine Regierung werde den Dialog mit Russland mit Sicherheit fortsetzen, sagte Kerry. Beide Seiten seien sich einig, dass "eine Eskalation auf jeden Fall vermieden" werden müsse.

Lawrow hob die Gemeinsamkeiten hervor: "Wir alle wollen, dass Syrien demokratisch, geeint, säkular ist. Ein Syrien, das allen ethnischen Gruppen eine Heimat gibt und deren Rechte garantiert, aber wir haben ein paar Differenzen über die Details, wie wir dort hin kommen können." Der russische Außenminister bestätigte, dass es "bald" ein Treffen von russischen und US-Militärvertretern geben solle.

Russland hatte am Mittwoch erstmals Luftangriffe in Syrien geflogen. Die Attacken richteten sich laut der Regierung in Moskau gegen Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte hingegen, es sehe nicht danach aus, dass die Angriffe von Dschihadisten gehaltene Gebiete getroffen hätten. Kerry beschwerte sich über das russische Vorgehen bei Lawrow, wie ein ranghoher US-Beamter sagte. Verärgert zeigten sich die USA auch über die Art und Weise, wie sie über die bevorstehenden Luftangriffe informiert wurden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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