Luftangriffe im Grenzgebiet zu Afghanistan
„Präzisionsangriff“ tötet über 50 Menschen

Nach offiziellen Angaben sind bei einem pakistanischen Luftangriff auf ein mutmaßliches El-Kaida-Lager im Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens 50 Menschen getötet worden.

HB ISLAMABAD. Die meisten der Getöteten seien Ausländer gewesen, sagte Armeesprecher Shaukat Sultan der Deutschen Presse-Agentur. Der Generalmajor erklärte, während des zweistündigen „Präzisionsangriffs“ seien alle Terroristen getötet und das Trainingscamp zerstört worden. In dem Lager in Dila Khula, 25 Kilometer östlich von Wana, der Provinzhauptstadt von Süd- Waziristan, seien Tschetschenen, Usbeken und Araber auf Terror- und Sabotageakte vorbereitet worden. Augenzeugen sprachen dagegen von bis zu 70 Toten, darunter viele Frauen und Kinder, bei einem Luftangriff an einem Ort rund 50 Kilometer nordwestlich von Wana.

Bewohner der Gegend sagten, pakistanische Aufklärungsflugzeuge hätten im Morgengrauen vier Dörfer im halbautonomen Stammesgebiet überflogen. Aus einem Flugzeug sei auf eine Menschenmenge geschossen worden, die Tote und Verletzte nach einem ersten Raketenangriff auf mutmaßliche ausländische und einheimische Kämpfer bergen wollte. Die Angriffe seien von zwei Kampfflugzeugen mit Unterstützung von mindestens zehn Kampfhubschraubern ausgeführt worden. Nach dem Bombardement sei ein Militärkonvoi, der Verstärkung in die Kampfzone bringen sollte, im Manz-Gebiet bei Wana angegriffen worden. Bereits am Mittwoch war ein Militärkonvoi nahe Wana auf eine Mine gefahren. Bei einem folgenden Schusswechsel hatte es acht Tote gegeben.

Im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet werden El-Kaida-Chef Osama bin Laden und Taliban-Führer Mullah Omar vermutet. Die Armee wird in der Region regelmäßig angegriffen. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat den Druck auf El Kaida in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Vor kurzem war den Fahndern mit der Festnahme von Ahmed Khalfan Ghailani ein spektakulärer Schlag gelungen. Er soll eine Schlüsselrolle bei den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam vor sechs Jahren gespielt haben. Ghailani stand auf der Liste der 22 meistgesuchten Terroristen der US-Bundespolizei FBI.

Pakistan ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Präsident Musharraf steht deswegen unter massiver Kritik der Fundamentalisten im Land. Auf ihn wurden bislang mindestens drei Anschläge verübt. Pakistanische Sicherheitskräfte haben bislang mehr als 500 El-Kaida-Verdächtige festgenommen, darunter auch die Nummer drei des Terrornetzwerks, Khalid Sheikh Mohammad.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%