Luftangriffe
Israel tötet vier Palästinenser im Gaza-Streifen

Bei Angriffen der israelischen Luftwaffe im Gaza-Streifen sind vier Palästinenser ums Leben gekommen. Es war die schwerste Auseinandersetzung seit einem Jahr. Die Bundesregierung kritisiert die Siedlungspolitik Israels.

Gaza/BerlinBei den schwersten israelischen Angriffen im Gazastreifen seit einem Jahr sind vier Palästinenser getötet worden. Das israelische Militär teilte am Freitag mit, die Luftwaffe habe eine Tunnelanlage bombardiert, die für Angriffe auf Israel genutzt werden sollten. Dabei starben der im Gazastreifen regierenden Hamas zufolge drei ihrer Mitglieder. Wenige Stunden zuvor war es an einem anderen Tunnel zu einem Gefecht gekommen, nachdem israelische Soldaten die unterirdische Anlage teilweise gesprengt hatten. Dabei wurden ein weiterer Palästinenser getötet und fünf israelische Soldaten verletzt.

An der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen war es in den vergangenen zwölf Monaten relativ ruhig. Beide Seiten hielten sich weitgehend an einen im vergangenen November unter Vermittlung Ägyptens geschlossenen Waffenstillstand. Nun warf das israelische Militär der Hamas vor, mit den Tunnelarbeiten gegen den Geist des Abkommens verstoßen zu haben. Ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter erklärte aber zugleich, man sei nicht an einer Eskalation der Lage interessiert.

Auch im Westjordanland haben sich die Spannungen in jüngster Zeit verschärft. Seit Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Israel und der mit der Hamas konkurrierenden Palästinenser-Regierung im Juli wurden dort acht Palästinenser und drei Israelis getötet. Belastend für die Gespräche sind auch die israelischen Pläne für den Ausbau jüdischer Siedlungen. Die deutsche Bundesregierung kritisierte diesen scharf. "Nach unserer Überzeugung sollte die israelische Regierung von diesen Plänen absehen und die Friedensgespräche nicht durch einseitige Maßnahmen gefährden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten verstoße zudem gegen internationales Recht.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte angeordnet, die Pläne für den Bau von 3500 neuer Wohnungen umzusetzen und damit den umstrittenen Wohnungsbau für jüdische Siedler im Westjordanland in größerem Umfang voranzutreiben als bislang bekannt. Die Palästinenser sehen in den jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten ein Hindernis für die Friedensgespräche. Sie wollen im Westjordanland und im Gazastreifen einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt errichten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%