Luftangriffe: Saudi-Arabien greift Huthi-Rebellen im Jemen an

Luftangriffe
Saudi-Arabien greift Huthi-Rebellen im Jemen an

Die Huthis im Jemen gewinnen weiter an Boden. Saudi-Arabien will ihren rasanten Vormarsch nun mit militärischen Mitteln, dem Angriff „Sturm der Entschlossenheit“, stoppen. Wie wird der Iran reagieren?
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WashingtonEine Koalition aus mehr als zehn Nationen hat zusammen mit Saudi-Arabien militärisch in den Konflikt im Jemen eingegriffen. Die saudische Luftwaffe habe die schiitischen Huthi-Rebellen in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten Jemens bombardiert, sagte der saudische Botschafter in den USA, Adel al-Dschabir, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in der Botschaft in Washington.

Die USA gewähren Saudi-Arabien und dessen Verbündeten logistische und geheimdienstliche Unterstützung. Amerikanische Truppen seien aber nicht direkt in der Militäroperation involviert, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates in Washington, Bernadette Meehan, am Mittwoch (Ortszeit) in einer Mitteilung. Präsident Barack Obama habe die Hilfsleistungen genehmigt. Die USA bauten eine gemeinsame Planungsstelle mit Saudi-Arabien auf, um ihre Unterstützung zu koordinieren. Washington stehe in engem Kontakt mit Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi.

Die jemenitische Nachrichtenseite „Al-Masdar Online“ berichtet, die Angriffe hätten um Mitternacht (22 Uhr deutscher Zeit) begonnen. Nach Angaben von SPA beteiligten sich neben Saudi-Arabien zunächst die Golfstaaten Bahrain, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Der saudische Botschafter hatte zuvor von einer Koalition gesprochen. Ziel sei der Schutz der legitimen Regierung und des jemenitischen Volkes vor den Huthis.

Der Angriff unter dem Titel „Sturm der Entschlossenheit“ sei auf Bitten des jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi erfolgt, berichtete die saudische Nachrichtenagentur SPA. Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur von schwerem Bombardement im Norden der Stadt, nahe der von den Rebellen gehaltenen Al-Dailami-Luftwaffenbasis. Die Huthis erklärten, sie hätten in einer Reaktion Luftabwehr-Raketen abgefeuert.

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Ziele waren der Präsidentenpalast und Polizei-Hauptquartiere

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  • Bei der letzten größeren militärischen Intervention Saudi-Arabiens im Jahr 2009 im Jemen kamen über 2000 Zivilisten ums Leben und es wurden ganze Dörfer durch das saudische Militär zerstört. Dass die Schiiten im Jemen sich an die einzige schiitische Schutzmacht Iran wenden, ist verständlich, denn für das erlittene Unrecht der Schiiten im Libanon, Saudi-Arabien und den Golf-Emiraten interessiert sich der Westen auch nicht. Saudi-Arabien und Ägypten wollen mit ihrem militärischen Aktionismus von ihren eigenen hausgemachten Problemen ablenken: die Angst vor der ISIS geht um. Einer direkten Konfrontation mit dem Iran wäre Saudi-Arabien nicht gewachsen, es müsste die USA öffentlich und Israel heimlich um Unterstützung bitten. Das wäre allerdings für die sunnitische Bevölkerung am Golf kaum noch zu ertragen, das saudische Königshaus würde wackeln. Die Saudis spielen mit zu hohem Einsatz, die angelsächsischen Mächte USA und Großbritannien werden sich entscheiden müssen, ob sie direkt intervenieren wollen, um ihre saudischen Vasallen vor ihren Feinden zu retten. Das Ergebnis wird mittelfristig eine weitere Stärkung extremer Islamisten im Nahen und Mittleren Osten sein.

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