Luftfahrtbehörde FAA
USA heben Flugverbot für Tel Aviv auf

Die Lage sei „sehr wechselhaft“, doch offenbar sicher genug: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat das Landeverbot für US-Airlines am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv aufgehoben. Zuvor war sie heftig kritisiert worden.
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DüsseldorfDie US-Luftfahrtbehörde FAA hat das Landeverbot für den israelischen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv wieder aufgehoben. Das am Mittwoch um 24 Stunden verlängerte Landeverbot für US-Fluggesellschaften sei annulliert worden, teilte die FAA mit, warnte aber vor einer „sehr wechselhaften Situation“ und anhaltenden Kämpfen im nahegelegenen Gazastreifen. Die Lufthansa hatte am Mittwochabend verkündet, auch am Donnerstag Tel Aviv nicht anzufliegen.

Die Sperre war am Dienstag aus Sicherheitsgründen verhängt worden, nachdem eine Rakete aus dem Gazastreifen nahe dem Flughafen zwischen Jerusalem und Tel Aviv eingeschlagen war. Israel hatte den Bann der FAA, dem weitere Fluggesellschaften wie die Lufthansa und Air Berlin gefolgt waren, heftig kritisiert.

Noch am Mittwochabend war der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, demonstrativ in die israelische Metropole gereist. Geflogen war der 72-Jährige mit der israelischen Fluggesellschaft El Al. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nahm Bloomberg in Empfang. Mit der Reise habe er zeigen wollen, dass Flüge nach Israel sicher seien, sagte Bloomberg und forderte eine Rücknahme des Verbots.

Der einflussreiche US-Republikaner Ted Cruz warf Präsident Barack Obama vor, mit dem Flugverbot einen „Wirtschaftsboykott Israels“ zu starten. Das US-Außenministerium bezeichnete dies als „lächerlich und beleidigend“. Es war das erste Mal seit 1991, dass ausländische Fluggesellschaften in größerer Zahl den Betrieb nach Israel einstellen. Damals hatte der irakische Diktator Saddam Hussein im Golfkrieg Scud-Raketen auf Israel abschießen lassen.

Unterdessen haben die israelischen Streitkräfte in der Nacht auf Donnerstag ihre Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Augenzeugen zufolge fiel der Strom aus, nachdem das wichtigste Kraftwerk des Küstengebiets getroffen wurde. Menschen gerieten in Panik. Trotz internationaler Vermittlungsbemühungen stieg die Zahl der Toten weiter.

Wie der Leiter der Rettungskräfte im Gazastreifen, Aschraf al-Kidra, sagte, kletterte die Zahl der Opfer in dem Gebiet auf 707. Mehr als 4500 Menschen seien verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen bislang mindestens 32 Soldaten und zwei Zivilisten ums Leben.

In Paris demonstrierten am Mittwochabend viele Tausend Menschen gegen die Gaza-Gewalt. Nach Übergriffen auf jüdische Einrichtungen am Wochenende sicherten mehr als Tausend Polizisten den Protestzug. Im österreichischen Bischofshofen wurde ein Testspiel des israelischen Fußballclubs Maccabi Haifa am Mittwochabend nach pro-palästinensischen Demonstrationen abgebrochen. Israels Militäroffensive im Gazastreifen geht in die dritte Woche. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

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