Luftfahrtxperten glauben, dass Zeitbomben an Bord der russischen Flugzeuge waren
Tupolew-Abstürze bleiben rätselhaft

Russland trauert um die 89 Opfer der zwei Flugzeugabstürze. Wie es zu den Abstürzen kam, bleibt aber weiterhin unklar. Laut Behörden seien die Daten der Flugschreiber nicht brauchbar. Experten glauben aber, die Daten rekonstruieren zu können.

HB MOSKAU. "Die Flugschreiber funktionierten schon vor dem Absturz nicht mehr“, sagte der Präsidialbevollmächtigte für Südrussland, Wladimir Jakowlew. Experten sagten zu Jakowlews Angaben, bei den Flugschreibern ließen sich die Daten trotz Beschädigungen aber rekonstruieren.

An den beiden Absturzstellen 200 und 800 Kilometer südlich von Moskau bargen derweil Suchmannschaften 88 von 89 Toten. Angehörige reisten an, um die Unglücksopfer zu identifizieren. Präsident Wladimir Putin hatte für Donnerstag Staatstrauer angeordnet.

Gestern Morgen noch hatte ein Sprecher des Inlandsgeheimdienste FSB einen Terroranschlag rigoros ausgeschlossen. An die Version glaubt in Russland aber niemand. Die Zeitungen mutmaßen, dass die russische Führung vor den Wahlen in Tschetschenien am Sonntag vermeiden will, die Terrortheorie als wahrscheinlich zu bezeichnen. "Das Volk hat das schnell kapiert. Trotz der gigantischen Bemühungen des Staatsfernsehens sind bei uns noch nicht alle verblödet", klagte heute die Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez" die Regierung an. In Interviews sagten Luftfahrtexperten, die Umstände der Abstürze deuteten auf Bomben mit Zeitzündern hin.

Der Flughafen Domodedowo wies den vom FSB geäußerten Verdacht zurück, die Maschinen seien wegen Flugbenzins schlechter Qualität abgestürzt. „Das Kerosin ist mit allen vorgeschriebenen Tests überprüft worden“, sagte ein Sprecher. Auch menschliches Versagen sei ausgeschlossen, meinte Miroslaw Bojtschuk, der Vorsitzende der Gewerkschaft des russischen Flugpersonals.

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