Luftfracht-Kontrolle
Brüssel will härtere Sicherheitschecks

Nach den Paketbomben sind sich alle EU-Länder einig: Pakete und Briefe an Bord von Flugzeugen müssen schärfer kontrolliert werden. Doch die Maßnahmen sind umstritten, die Luftfahrtbranche warnt vor Zeitverlusten und hohen Kosten. Am Montag kommen die Innenminister in Brüssel zusammen.
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HB BRÜSSEL. Nach der Serie von Paketbomben in Europa will die EU die Kontrollen bei der Luftfracht verschärfen. "Wir müssen uns auf risikoreiche Länder und unbekannte Frachtunternehmen konzentrieren", sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Freitag nach einem Treffen von Luftverkehrsexperten in Brüssel. "Wir müssen die Schlupflöcher schließen." Derzeit transportieren nach Angaben der EU-Kommission Linienmaschinen mit Passagieren an Bord rund 60 Prozent aller Fracht in Europa. In der EU sind die Frachtfirmen für die Kontrolle von Paketen zuständig. Über staatliche Kontrollen wird diskutiert.

Insbesondere Deutschland fordert von der EU bessere Maßnahmen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am kommenden Montag mit den EU-Innenministern in Brüssel darüber beraten. "Es gibt Handlungsbedarf, nationale Maßnahmen reichen einfach nicht", sagte ein EU-Diplomat. Im Gespräch sind staatliche Kontrollen auf den Flughäfen in außereuropäischen Ländern wie dem Jemen, aber auch in Europa. Auch eine einheitliche europäische Kontrollbehörde wird diskutiert. Kallas sagte, die EU werde in Abstimmung mit den USA und der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation vorgehen. Konkrete Maßnahmen gegen die terroristische Bedrohung durch Luftfracht kündigte der EU-Kommissar bis zum nächsten Treffen der EU-Verkehrsminister Anfang Dezember an.

Schon der EU-Gipfel Mitte Dezember könnte über ein Paket für EU-weite Maßnahmen entscheiden. Die strenge Überwachung der Luftfracht macht den Transport von Waren langsamer und teurer, deshalb wehrt sich die Luftfahrtbranche dagegen. Fluggesellschaften und Frachtfirmen warnen, dass die Durchleuchtung jedes einzelnen Briefes oder Pakets internationale Frachtfirmen in den Bankrott treiben würde. Siim Kallas warnte daher vor zu scharfen Regeln: "Die Vorfälle sind schwerwiegend, aber Panik ist nicht angebracht."

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