Lukaschenko vor Wiederwahl in Weißrussland
Mr. Schrumpfkopf bittet zur Wahl

Europas letzter Diktator will an diesem Sonntag für weitere fünf Jahre zum Präsidenten Weißrusslands gewählt werden. Eine Besonderheit zeichnet ihn aus.
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BerlinAlexander Lukaschenko ist der einzige Staatschef, der - ganz ohne Fotografentricks - mit seiner Hand den Kopf verdecken kann. Das liegt daran, dass der Präsident Weißrusslands enorme Pranken hat und ein extrem kleines Haupt. Seit 1994 beherrscht er den Agrarstaat diktatorisch und dass er es nach dem Wahltag an diesem Sonntag für weitere fünf Jahre tun wird, daran zweifelt niemand.

Nur eine Hürde gibt es: mindestens jeder Wahlberechtigte Weissrusse muss an die Wahlurne gehen, sonst wäre die Wahl ungültig. "Bei der Wahlbeteiligung wird er auf Nummer sicher gehen und im Zweifelsfall wohl auch fälschen lassen", sagt Michal Janczuk, einer der wenigen in der Hauptstadt Minsk noch gebliebenen unabhängigen Journalisten. Den meisten kritischen Medien hat Lukaschenko mit seinem brutalen Machtapparat längst den Garaus gemacht.

Lukaschenko, der sein verbliebenes Haupthaar streng von der Seite über die Platte kämmt, ist ein Phänomen: der 61-Jährige regiert so lange wie niemand sonst in Europa - seit 1994. Mit diktatorischen Mitteln, politischen Morden an Oppositionellen und ehemaligen Weggefährten, der Ausschaltung der freien Presse und der weitgehenden Kujunierung der Privatwirtschaft hält er sich im Amt.

Umfragen sehen ihn aktuell bei knapp 60 Prozent. Das dürfte "Batka", wie die Weißrussen ihn als "Vaeterchen" teils ehrfurchtsvoll teils verächtlich bezeichnen, kaum reichen. Und so wird Wahlfälschung wahrscheinlich.

Die Wirtschaftslage ist momentan auch so schlecht, dass die Zustimmung schwindet. Und so musste sich der frühere Polit-Truk der sowjetischen Grenztruppen und spätere Sowchosen-Direktor etwas einfallen lassen. Ende August ließ er überraschend sechs nach durch Rechtsbeugung verurteilte Oppositionelle frei.

Denn Lukaschenko will wieder etwas enger an die EU heranrobben, die das Regime wegen der Wahlfälschungen und der Unterdrückung der Opposition mit Sanktionen belegt hat. Der weißrussische Rubel ist binnen eines Jahre um 40 % gefallen.

Der Mann mit Händen wie Schraubstöcken will mit seiner Hinwendung nach Europa nicht in Russlands Schraubstock zerquetscht werden: Moskau, Haupthandelspartner der Weißrussen und Lieferant des so dringend benötigten subventionierten russischen Öls, will "Batka" nur noch unter die Arme greifen, wenn der auch die letzten Minsk verbliebenen strategischen Unternehmensbeteiligungen herausrückt. Im vorigen Jahr gab es einen bemerkenswerten Machtkampf um Belarus' Kalikonzern, mitsamt Beugehaft für den Firmenboss.

Lukaschenko legte sich zuletzt öffentlich mit dem Kreml an, als Russland völkerrechtswidrig  die ukrainische Halbinsel Krim annektierte. Da warf der weißrussische Präsident seinem Kollegen Wladimir Putin vor, Nachbarstaaten mit großen russischen Minderheiten zu bedrohen.

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Hüter der Stabilität?

Kommentare zu " Lukaschenko vor Wiederwahl in Weißrussland: Mr. Schrumpfkopf bittet zur Wahl"

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  • Man mag über Lukaschenko denken wie man will, aber "Mr. Schrumpfkopf" gehört definitiv nicht in das Vokabular eines für das Handelsblatt schreibenden Journalisten. Herr Brüggmann, das ist aller unterstes Niveau, ganz zu schweigen, dass es auch respektlos und nicht neutral ist.

  • Mathias Brüggmann

    Schreiberling und journalistische Dreckschleuder!

    Kann verstehen, dass man solche Typen entweder nicht ins Land läßt oder einfach rausschmeißt. Das Gekotze enthält nichts, was einen Rückschluß auf den s.g. "Schrumpfkopf" zuläßt.

    Hier hätte das HB-Männchen mal wirklich was zu zensieren, wenn da nicht der doppelte Massstab wäre!

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