Lukrative Investitionsmöglichkeiten
Aufbruchstimmung beim Afrika-Gipfel

Afrika bietet trotz hoher Risiken lukrative Investitionsmöglichkeiten. Dieser Meinung sind Vertreter aus Wirtschaft und Politik beim Auftakt eines dreitägigen Afrika-Wirtschaftsgipfels in Kapstadt.

HB KAPSTADT. Graham Mackay, der Vorsitzende des weltweit zweitgrößten Brauereikonzerns SABMiller, betonte: „Wir erzielen in Afrika fantastische Renditen. Das Wachstum unseres Geschäfts ist langfristig größer als in anderen Teilen der Welt.“ Die G8-Beauftragte des deutschen Bundeskanzlers, Uschi Eid, bestätigte: „Es gibt in Afrika eine neue Dynamik.

Innerhalb kürzester Zeit hat dort ein Paradigmenwechsel eingesetzt.“ Die positiven Entwicklungen würden in Deutschland aber noch immer nicht so recht zur Kenntnis genommen, erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Dabei gebe es klar Anzeichen für „eine Veränderung in der Denke“. Die Neuorientierung in Afrika und das positive Wirtschaftsklima werde auch international zunehmend wahr genommen, allerdings bisher eher zögerlich, meinte Lazarus Zim aus dem AngloAmerican-Vorstand. „Nie zuvor haben wir uns in Afrika derart großer weltweiter Aufmerksamkeit erfreut“, meinte er.

Das vom World Economic Forum (WEF) in Genf organisierte Spitzentreffen findet einen Monat vor dem nächsten Treffen der acht wichtigsten Industrienationen (G8) in Schottland statt. Die deutsche Regierung begrüße es, dass Afrika dabei so hoch auf der Tagesordnung stehe, erklärte Uschi Eid. „Damit treten wir in eine neue Phase einer Partnerschaft, deren Fundamente schon beim G8-Treffen in Kanada gelegt worden sind.“ Diese neue Phase könne allerdings entscheidend sein, mahnte WEF-Gründer Klaus Schwab: „Wenn wir diese Chance vertun, könnte sich ein Fenster für Veränderungen schließen.“

Auftrieb erhielt der Gipfel durch Äußerungen des neuen Weltbankpräsidenten Paul Wolfowitz (61), der dem Kampf gegen die Armut in Afrika höchste Priorität geben will. Die Not des Kontinents sei größer als die jeder anderen Weltregion, sagte Wolfowitz kurz vor seinem Amtsantritt in Washington. Als ein Element sieht er die Wirtschaftsförderung. Mehrere afrikanische Länder hätten gezeigt, dass sie auf einen Wachstumspfad kommen können. Die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sei Teil der Lösung im Kampf gegen die Armut.

Insgesamt nehmen an dem Treffen in Kapstadt rund 650 ranghohe Politiker, Manager und Vertreter internationaler Organisationen teil. Sie wollen speziell die vom britischen Premierminister Tony Blair angeregte Afrika-Initiative erörtern und prüfen, wie die Wirtschaft diese Initiative stützen kann. Sie sieht neben einem massiven Schuldenabbau für die ärmsten Länder Afrikas eine massive jährliche Kapitalhilfe in Milliardenhöhe vor.

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