Lukrative Zweitkarriere Clinton führt Liste der teuersten Redner an

Für eine 90-minütige Rede 500.000 Dollar: Mit diesem Honorar führt der frühere US-Präsident Bill Clinton die Liste der teuersten Redner an. Auch deutsche Politiker entdecken die lukrative Zweitkarriere für sich.
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Nach der aktiven Politikkarriere folgt Referentenkarriere. Auch deutsche Politiker wie Gerhard Schröder haben diese Zweitkarriere für sich entdeckt. Quelle: Reuters

Nach der aktiven Politikkarriere folgt Referentenkarriere. Auch deutsche Politiker wie Gerhard Schröder haben diese Zweitkarriere für sich entdeckt.

(Foto: Reuters)

BerlinDer frühere US-Präsident Bill Clinton hat sich seit seinem Ausscheiden aus dem Amt zum Multimillionär gemausert. Rund 500.000 Dollar kassiert der Amerikaner für eine 90-minütige Rede – zuzüglich Spesen. Das geht aus den Standardhonorarvereinbarungen hervor, die dem Handelsblatt (Dienstagausgabe) vorliegen.

Auch für deutsche Politiker beginnt nach der politischen immer häufiger eine lukrative Zweitkarriere als Redner. Im Vergleich zu Clinton sind deutsche Ex-Politiker dabei allerdings zu Vorzugspreisen zu haben. Günther Beckstein (CSU) etwa, ehemaliger Ministerpräsident Bayerns, gibt es nach Handelsblatt-Informationen bereits für 5.000 Euro in der Stunde.

Teurer wird es auf Bundesebene. Für die Bundespräsidenten Roman Herzog und Richard von Weizäcker werden 20.000 bis 25.000 Euro fällig, für den Ex-Vizekanzler und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) muss mit einem Rede-Entgelt von 30.000 Euro gerechnet werden.

Absoluter deutscher Spitzenverdiener ist Gerhard Schröder (SPD). Der Ex-Kanzler wird bei Redneragenturen zu Preisen zwischen 50.000 bis 75.000 Euro gehandelt.

Gut möglich allerdings, dass Schröder als bislang bestverdienender deutscher Redner in absehbarer Zeit abgelöst wird. Die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist nach Schätzung von Brancheninsidern dem Marktwert Schröders „mindestens ebenbürtig.“

  • jcb
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13 Kommentare zu "Lukrative Zweitkarriere: Clinton führt Liste der teuersten Redner an"

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  • hansblick
    so habe ich das bisher noch nie gesehen. Könnte aber gar nicht so abwegig sein.

  • Das ist eine interessante Analyse, so habe ich es bis jetzt nicht gesehen. Es macht Sinn, die Schmiergelder nachzuzahlen. Clinton hat damals die Banken dereguliert und den sogenannten Glass Steagell Act (Trennbankensystem) aufgehoben. Die Öffentlichkeit wurde damals von diesem Thema durch seine Sex Affären abgelenkt.

  • @stromtid
    Die fraglos traurige Tatsache, du deine Würde und deine Tochter zu verkaufen bereit bist, gibt dir meiner Meinung nach weder das Recht, Staat und Gesellschaft zu schmähen, noch beweist sie, daß Marx in allen seinen Aussagen recht hat: letztlich läßt sie nur Rückschlüsse auf deinen Charakter und dein Niveau zu, ist doch auch was, oder?

  • CLINTON war vor 2 oder 3 Jahren in Ischgl (allseits bekannter tiroler Schiort, wo die "Post" abgeht, ebenso Abzocke und andere schöne Dinge im Leben zuhause sind!) und hat dort für seine Rede (incl. Hubschrauber, am Berg) "nur" 100.000 EURO als APANAGE erhalten. Da sieht man: "Nicht nur alter Wein ist mehr wert, sondern auch ein Politiker-Plausch"! Wenn Frau Merkel noch ein paar Jährchen Politik macht, kann sie sich sicher später auch in diesen luftigen Höhen bewegen - wenn sie will, die Frau Merkel! (aber vielleicht will sie gar nicht!). PUTIN (lupenreiner Demokrat) und BERLUSCONI (Bunga Bunga) fehlen noch in der Aufstellung.

  • Das Interessante an unserer Rednerbranche ist ja, daß diese Honorare weniger für die Inhalte der Rede und deren Mehrwert für die Zuhörer bezahlt werden, sondern vor allem für die Bekanntheit und Anziehungskraft dieser Promis auf bestimmte Zielgruppen. Prominente Ex-Politiker machen die Veranstaltungshalle voll mit potentiellen oder bestehenden Kunden und erzeugen oft viel positives Presseecho für die Firma. Das Honorar kommt daher meistens aus dem Marketingbudgets der Firmen, das sonst in teuere Werbung oder andere Marketingmaßnahmen fließen würde.

  • Ich weiß gar nicht, warum sich darüber aufgeregt wird. Jeden Morgen steht jemand auf, der bereit ist, diese Preise zu bezahlen. Und wenn der Inhalt der Rede gut ist, dann kann jeder daraus etwas lernen.

  • Sie irren sich nicht. Frueher nannte man es Bestechung, heute "eine Rede halten". Und dieser Moralverlust wurde ausgerechnet von Clinton etabliert.

  • Es ist absolut irrational, warum man einem Ex-Politiker 500.000 Dollar "nur" für eine Rede bezahlt. Das heisst doch dann, das mit dieser Summe noch weitere Dienste als abgegoltet angesehen werden müssen, wie bspw. Lobbyarbeit, das Knüpfen von Kontakten zwischen zwei Parteien und das Organisieren weiterer Arrangements, um am runden Tisch zu einem Geschäft zusammenfinden zu können. Anders kann es nicht laufen, sonst würde nämlich derjenige Verantwortliche, der die Summe zur Überweisung anfordert, ganz schnell seinen Stuhl abgesägt bekommen und wegen Veruntreuung von Firmengeldern verklagt werden. Alles geschieht demnach im Interesse der Investoren und Eigentümer und das bedeutet, dass Clinton neben dem Reden schwingen auch "große" Deals einzuwickeln versucht.

    ...vielleicht irre ich mich aber auch und die Welt ist wirklich so strunz dumm xD

    Viele Grüße
    Gordon

  • Ich stimme Ihnen nicht immer zu - aber hier haben Sie Recht.

  • 500.000 Dollar für eine 90minütige "Rede". Das ist nur noch krank und jeder weitere Kommentar überflüssig. Das ist nur möglich, weil es viele Millionen Idioten gibt, die für ein paar Dollar oder Euro pro Stunde hart arbeiten, damit dieses Pack mit etwas Dampfplauderei dick absahnen kann. Diese Leute wie Fischer, Schröder und Konsorten sind nur von Wert, weil sie einmal wichtig waren, eine echte Leistung haben sie jedoch nie erbracht. Ich hoffe, dass für dieses widerliche System bald der Reset-Knopf gedrückt wird und endlich wieder ehrliche Arbeit zählt.

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