Lutz Goebel
Familienunternehmer für Schuldenschnitt

Der Familienunternehmer-Verband unterstützt Pläne der Euro-Finanzminister zu einem Umtausch griechische Staatsanleihen.
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DüsseldorfLutz Goebel, Präsident des Verbandes "Die Familienunternehmer", unterstützt einen Schuldenschnitt für Griechenland durch den Tausch alter Anleihen mit hohem Abschlag gegen neue, vom Euro-Rettungsschirm garantierte Papiere. Ein ähnliches Modell wird derzeit von den Euro-Finanzministern diskutiert.

Die bisherige Strategie, einfach nur immer neue Rettungsschirme mit zusätzlichen Krediten für die Problemländer aufzuspannen, sei gescheitert, schreibt Goebel in einem Kommentar für das Handelsblatt: "Die Finanzmärkte glauben nicht, dass Europa sein Schuldenproblem mit immer größeren Rettungsschirmen lösen kann. Das ist nicht erstaunlich: Neben den europäischen Schuldnerländern haben auch die USA und Japan so hohe Verbindlichkeiten, dass die Märkte sie nicht mehr ohne weiteres refinanzieren wollen und können."

Es gebe zahlreiche Unwägbarkeiten der bisherigen Rettungsversuche wie unsichere Parlamentsmehrheiten. Das könne "im schlimmsten Fall zum ungeordneten Staatsbankrott von Griechenland führen." Dem will Goebel vorbeugen: Europa müsse auf einen Plan B umschwenken. Der solle sich an dem Brady-Plan aus den 80er-Jahren in Südamerika orientieren: Damals konnten Auslandsschulden gegen handelbare Schuldverschreibungen getauscht werden, die mit Nullkupon-Anleihen der USA mit längerer Laufzeit besichert waren. 

Das lasse sich auf den Euroraum übertragen: Die griechischen Staatsanleihen sollten mit erheblichen Abschlägen ersetzt werden durch Anleihen mit längerer Laufzeit, einem niedrigen Zinssatz und einer längerfristigen Zinsstundung. "Diese Anleihen sollten durch den EFSF und Griechenland garantiert werden, dadurch bekämen sie eine bessere Bonität: Griechenland gälte nicht als bankrott und wäre weiter kapitalmarktfähig." argumentiert Goebel. 

Auf diese Art würde auch endlich die Gläubiger-Beteiligung von Banken und Versicherungen erreicht. Zudem erhielte man den Marktmechanismus und gäbe Griechenland mehr Zeit, seine Steuerstrukturen und seine Wirtschaft auf eine solide Basis zu stellen.

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