Luxemburg
Reich, sozial – und bald überschuldet?

Die Heimat von Euro-Gruppenchef Juncker gilt als Wohlstands- und Sozialstaatsparadies. Die Renten sind hoch, der Mindestlohn funktioniert. Doch Luxemburgs ausufernde Fürsorgepolitik droht bald den Staat zu ersticken.
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Luxemburg-StadtRobert Kieffer will heute nicht versprechen, was er in Zukunft nicht halten kann - und doch tut er genau das jeden Tag. Kieffer ist Chef der Luxemburger Pensionskasse, seiner Behörde geht es derzeit noch sehr gut, elf Milliarden Euro Rentenreserven haben sich dort angehäuft. Eine stattliche Summe für ein Land, in dem nur 500.000 Menschen leben, davon zwölf Prozent Rentner. Doch der Versicherungsmathematiker weiß auch, dass dieses Geld innerhalb weniger Jahre aufgebraucht sein wird, wenn das Großherzogtum nicht bald eine grundlegende Rentenreform beschließt.

"Wir haben zu lange im Überfluss gelebt", sagt Kieffer. „In der Boomzeit wurden die Rentenversprechen an unsere Bürger derart erhöht, dass mit deren Ende diese nicht mehr eingehalten werden können." Er fordert, dass die gesetzlichen Leistungen entweder gekürzt oder aber die Beiträge gesteigert werden müssen. Sonst, so sein wenig erbauliches Szenario, droht einem der wichtigsten Finanzplätze Europas der Bankrott.

Es ist eine bizarre Situation. Während Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker als Vorsitzender der Euro-Gruppe seit Jahren den anderen EU-Partnern Ratschläge erteilt, mit welcher Finanz- und Reformpolitik sie die Euro-Krise beenden könnten, nimmt er es im eigenen Land nicht so genau.

Zwar geht es dem Großherzogtum auf den ersten Blick wie dem Schlaraffenland: Wer hier arbeitet, kann im Bestfall schon mit 57 Jahren in den Ruhestand gehen, Rentner bekommen gerne mal rund 7 000 Euro monatlich, zudem eine 13. Monatsrente. Der Mindestlohn beträgt 1 800 Euro pro Monat, schwangere Berufstätige bekommen eine Prämie für ihr Baby von insgesamt rund 1 700 Euro.

Unzählige Fonds, die Luxemburg nach New York zum wichtigsten Standort der Fondsindustrie mit mehr als zwei Billionen Euro Anlagevermögen gemacht haben, haben eben auch Wohlstand in das Großherzogtum gebracht. Ein Wohlstand, der zur Fassade zu werden droht.

Denn das Wachstum betrug 2011 gerade noch 1,6 Prozent, die Arbeitslosigkeit ist auf mehr als sechs Prozent angestiegen. Vor allem aber ist es eine Zahl, die beunruhigt: 1 100 Prozent. So hoch soll der sogenannte implizite Schuldenberg Luxemburgs sein, hat die "Stiftung Marktwirtschaft" ausgerechnet. Ähnlich schlecht schneiden bei diesem Wert, der alle jährlichen Zahlungsverpflichtungen eines Staates - also etwa Renten, Pflegekosten und Rückstellungen - mitbilanziert, in der Euro-Zone nur noch Irland und Griechenland ab.

Kommentare zu " Luxemburg: Reich, sozial – und bald überschuldet?"

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  • @christel @nazisachso

    Nein dies Kommentare hinken NICHT! Ihre beiden taten es, da keiner weiterhin was schreiben wollte, aus Ekel nehm ich an.
    Divergenzen zwischen Mitgliedern der EU auf dem Diskussionsplan Wirtschaft kann nicht benutzt werden um die Errinnerung an die Greueltaten der Nazis zeitweilig oder gar ganz ausser Kraft zu setzen !
    Warum wohl errinnern gerade Deutsche (von mir aus eine sich immer noch schämende Minderheit, nicht wie sie beide) auch immer wieder daran, dass dieses Thema auf keinen Fall aus dem deutschen Schulprogramm verschwinden darf?
    Vielleicht, weil nicht nur Nazi-Opfer-Familienmitglieder, deren berechtigte Bedenken hier mit Füssen getreten werden, sondern auch, ich sag mal, normale Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft, denken, dass ein kleiner Nazi in der Mehrheit der deutschen Hirne wohnt ?

    Was soll man denn auch sonst glauben, wenn scheinbar streitsüchtige Bürger aus einem eigentlich grossen Land (nicht nur EZ und Fläche ist gemeint , sondern Technik, Musik, etc etc..), mit bewusst falschen, oder zumindest bewusst unrecherchierten Argumenten, gegen ein viel kleineres Land wettert?
    Was sonst, wenn nicht: Hilfe, Nazis !

    > geschrieben von einem freiwillig "dummen" Verfassers !
    (Falls ich zukünftigen Verfassern damit Wind aus den Segeln hole, will ich mich schon mal entschuldigen, *kicher* *reusper* *hust*)

  • @AugustSchmitt, @james60 - Was hat denn dieser Artikel mit deutschem Nationalsozialismus zu tun? Bleiben Sie mal bei den Fakten wenn Sie hier einen qualifizierten Kommentar abgeben wollen - und wenn Sie sich ueber Deutschland in Bezug auf die geschichtliche Vergangenheit auslassen wollen, dann kommentieren Sie einen Artikel, in dem es genau darum geht! Nur weil der Artikel in einer deutschen Zeitung veroeffentlicht worden ist heisst das noch lange nicht, dass nationalsozialistische Motivation dahinter steckt! Die grosse Mehrheit der Deutschen hat weniger Nationalgefuehl als die meisten anderen Laender in Europa! Und nach fast 70 Jahren wird man als Deutsche immernoch fuer die Vergangenheit unseres Landes an den Pranger gestellt - dabei waren zu dieser Zeit weder meine Generation noch die meiner Eltern auf der Welt! Das ist absolut laecherlich und solche Kommentare, die nichts mit dem Artikel zu tun haben, zeugen lediglich von der Dummheit des Verfassers!

  • Oh Gott, da melden sich die Einheimischen.... Jetzt fühlt sich wahrscheinlich jeder Luxemburger angegriffen... In der Schweiz wird über die ,,Deutschen" weitaus schlimmer berichtet, also pöbelt mal lieber nicht so rum hier! Und bitte unterlassen Sie die Nazi-Vergleiche, die HINKEN!! sind ausgelutscht und bestimmt nerven die Deutschen Nazi-Vergleiche mindestens genauso wie Luxemburger das Reichen-Vorurteil...

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