Maastricht-Kriterien sind zu erfüllen
Malta, Lettland und Zypern auf dem Weg zum Euro

HB BERLIN. Ein Jahr nach ihrer Aufnahme in die Europäische Union sind Lettland, Malta und Zypern in das Europäische Wechselkurssystem (EWS) aufgenommen worden. Eine zweijährige Teilnahme an diesem Mechanismus ist eine entscheidende Voraussetzung für die Einführung des Euro. Die nationalen Währungen der drei Länder dürfen fortan nur noch mit einer Bandbreite von plus oder minus 15 Prozent gegenüber dem Euro schwanken, wie die EU-Kommission am späten Freitagabend in Brüssel erläuterte.

Drei weitere Neulinge in der EU – Slowenien, Estland und Litauen – traten dem Europäischen Wechselkurssystem bereits im vergangenen Juni bei. Estland, Zypern, Litauen und Slowenien haben erklärt, den Euro 2007 einführen zu wollen. Wegen der zweijährigen Teilnahmepflicht im EWS vor der Euro-Einführung wäre diese nicht vor April 2007 möglich.

Neben der engen Schwankungsbandbreite müssen für die Euro-Einführung aber auch die drei so genannten Maastricht-Kriterien erfüllen: Die Neuverschuldung darf nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen, die Höhe der Gesamtschulden muss unter 60 Prozent des BIP und die Inflationsrate unter 1,5 Prozent liegen.

«Wir haben bewiesen, dass wir die richtige Wirtschaftspolitik gemacht haben, die zu Ergebnissen geführt hat», sagte der zyprische Finanzminister, Makis Keravnos, am Samstag. «Wir werden weiter stabil und konsequent arbeiten, um auch ins Euroland beizutreten.» Maltas Regierungschef Lawrence Gonzi äußerte sich «sehr zufrieden» über die Brüsseler Entscheidung. Nach seiner Überzeugung ist Malta auf dem richtigen Weg in die Währungsunion.

In der jetzigen Vereinbarung sind für die neuen EWS-Mitglieder aber zugleich Hausaufgaben festgeschrieben, die bis zur Aufnahme ins Euro-Gebiet erledigt werden müssen. Lettland sagte eine «dauerhafte Verringerung der Inflation» zu. Zypern sicherte vor allem einen Kampf gegen die hohe Verschuldung zu. Malta bindet die Lira nicht mehr an einen Währungskorb, sondern nur noch an den Euro und versprach zudem ebenfalls eine «solide Haushaltspolitik», die die derzeitigen Regierungsausgaben begrenzt und das hohe Schuldenniveau reduziert.

Die anderen sechs zuletzt der EU beigetretenen Länder haben sich für die Euro-Einführung das Jahr 2010 als Ziel gesetzt. Experten rechnen aber damit, dass es vor allem für die vier größeren Neumitglieder Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei schwieriger sein dürfte, ihre Volkswirtschaften auf die Einführung des Euro vorzubereiten.

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