Machtkampf
Honduras wird zum Pulverfass

Ungeachtet internationaler Warnungen will Honduras entmachteter Präsident Manuel Zelaya noch heute in das mittelamerikanische Land zurückkehren. Damit bahnt sich eine Zuspitzung des Konflkts an: Die neue honduranische Regierung kündigte an, Zelaya unter keinen Umständen wieder ins Land lassen zu wollen.

HB TEGUCIGALPA. Die honduranische Interims-Regierung will die Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya unter allen Umständen verhindern. Außenminister Enrique Ortez teilte mit, dass ein Flugzeug mit Zelaya an Bord in Honduras keine Landegenehmigung erteilt werde. „Ich habe angeordnet, das man ihm die Rückkehr nicht erlauben darf, geschehe, was geschehe.“

Nach der Entscheidung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte der vor einer Woche gestürzte Zelaya bekräftigt, er werde an diesem Sonntag in Begleitung befreundeter Präsidenten der Region nach Honduras zurückkehren. Bereits am Samstagnachmittag waren um den Flughafen der Hauptstadt Einheiten der Streitkräfte zusammengezogen worden.

Eine Woche nach dem Sturz Zelayas war Honduras am Samstag bis auf Weiteres aus der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) ausgeschlossen worden. Die Generalversammlung des amerikanischen Staatenbundes beschloss, die Mitgliedschaft des mittelamerikanischen Staates auszusetzen. Die Interimsregierung in Tegucigalpa hatte sich geweigert, Zelaya wieder an die Macht in Honduras zurückkehren zu lassen, und hatte ihrerseits angekündigt, die OAS zu verlassen.

Zelaya hatte zuletzt betont, er werde trotz verschiedener Warnungen noch am Sonntag nach Honduras zurückkehren. Er wollte am Nachmittag (Ortszeit - ab 2100 Uhr MESZ) an einem nicht näher genannten Ort in Honduras eintreffen, und dies müsse nicht „notwendigerweise“ die Hauptstadt Tegucigalpa sein. Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner und der Staatschef von Ecuador, Rafael Correa, hatten angekündigt, sie wollten ihn begleiten.

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