_

Machtkampf in Australien: Außenminister Rudd tritt zurück

Der Machtkampf in Australien ist vorerst beendet. Außenminister Kevin Rudd ist nach dem schwelenden Konflikt mit Regierungschefin Julia Gillard zurückgetreten. Gillard kann sich aber noch nicht in Sicherheit wiegen.

Kevin Rudd ist nun Ex-Außenminister von Australien. Quelle: dapd
Kevin Rudd ist nun Ex-Außenminister von Australien. Quelle: dapd

CanberraDer australische Außenminister Kevin Rudd ist angesichts eines monatelangen Machtkampfes mit Regierungschefin Julia Gillard zurückgetreten. Ohne Gillards Unterstützung könne er sein Amt nicht fortführen, erklärte Rudd am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Washington, wo er sich zu einem Besuch aufhielt.

Anzeige

„Ich kann als Außenminister nur dienen, wenn ich das Vertrauen von Ministerpräsidentin Gillard und ihren wichtigsten Ministern habe“, sagte Rudd. „Daher halte ich es für das einzig ehrenswerte Vorgehen für mich zurückzutreten.“ Hintergrund ist ein parteiinterner Machtkampf innerhalb der regierenden Labor-Partei. In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, Anhänger Rudds wollten Gillard stürzen.

Rudd war selbst von 2007 bis 2010 Premierminister gewesen. Mitte 2010 wurde er dann überraschend von Gillard aus dem Amt des Labor-Chefs gedrängt und somit zum Rücktritt als Regierungschef gezwungen. Bei den folgenden Wahlen gelang es Gillard nicht, eine absolute Mehrheit zu erlangen. Sie führt seitdem eine wacklige Koalitionsregierung, ihre Umfragewerte sind abgestürzt.

„Die Wahrheit ist, dass die australische Bevölkerung diese ganze Angelegenheit als wenig besser als eine Seifenoper empfindet, und sie hat recht“, sagte Rudd. „Und unter den derzeitigen Umständen werde ich nicht mehr Teil davon sein.“ Er betonte, dass er sich an einem möglich Putschversuch gegen Gillard niemals beteiligt hätte.

Ob er sich ganz aus der Politik zurückziehen will, ließ Rudd offen. Ein solcher Schritt würde eine Nachwahl nötig machen und könnte die Labor Party ihre äußerst knappe Mehrheit im Parlament kosten.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International