Machtkampf in der Elfenbeinküste
Sieger Ouattara ruft zu Versöhnung auf

Der monatelange blutige Konflikt im der westafrikanischen Elfenbeinküste scheint mit der Verhaftung des abgewählten Präsidenten Gbagbo beendet. Doch Kritiker zweifeln, ob der Streit wirklich vorbei ist.
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Abidjan/NairobiEs klang schon fast poetisch, als sich Alassane Ouattara am Montagabend zu später Stunde im Fernsehen an seine tief gespaltene, geschundene Nation wandte. Die westafrikanische Elfenbeinküste werde ein ganz neues Kapitel aufschlagen, versprach er. „Endlich, nach so vielen verlorenen Menschenleben, haben wir die Morgenröte einer neuen Ära der Hoffnung erreicht.“

Dann der Appell, die Waffen niederzulegen, keinen verlorenen Kampf bis zum letzten Mann zu führen und auf Rache zu verzichten.

Das Versprechen der Gerechtigkeit für alle, für die Opfer des blutigen Machtkonflikts, einer Kommission für Wahrheit und Versöhnung, die das düstere Kapitel der monatelangen Konfrontation aufarbeiten soll.

Doch der Alltag, in dem die Menschen in Elfenbeinküste am Dienstag erwachten, ist weiter trist und voller Schwierigkeiten.

Immerhin, es soll sich nur noch um wenige Tage handeln, bis die Banken wieder öffnen und die Einwohner Abidjans und anderer Städte wieder an ihre seit Monaten unzugänglichen Konten und Gehälter gelangen. Dann, so hoffen die Einwohner der Hafenstadt, werden sich vielleicht auch bald die Preise für Lebensmittel wieder normalisieren, Medikamente erhältlich sein, Strom und Wasser funktionieren. So lange all dies nicht der Fall ist, hilft die „Morgenröte der Hoffnung“ den Menschen nur wenig.

Obwohl nach der Festnahme Gbagbos am Montag die Macht nun bei dem international anerkannten Präsidenten liegt, ist nach Experteneinschätzungen der Konflikt in der Elfenbeinküste noch nicht vorbei. Insbesondere war zunächst nicht klar, ob Gbagbos Anhänger wirklich ihre Waffen niederlegen werden. Sie hatten einen Kampf bis zum bitteren Ende gelobt.

Gbagbo selbst hatte am Montag in Ouattaras Fernsehsender TCI in einer kurzen Stellungnahme seine Anhänger aufgerufen, das Kämpfen einzustellen, dem Land eine Chance zur Rückkehr zur Normalität zu geben. Allerdings sind in den fast fünf Monaten des erbitterten Machtkampfs so viele Gewalttaten passiert, dass eine Normalisierung schwer sein dürfte.

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