Machtkampf
Koalitionsparteien in Thailand wechseln die Seite

Im Machtkampf in Thailand sind offenbar fünf regierende Koalitionsparteien zu den oppositionellen Demokraten übergelaufen. Gemeinsam mit den Demokraten wollen sie nun eine neue Regierungskoalition bilden. Auch nach dem Verbot regierenden PPP wegen Wahlbetrugs und dem fünfjährigen Berufsverbot für den früheren Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat schwelt die seit Jahren andauernde Staatskrise weiter.

HB BANGKOK. "Die Demokraten bieten mit der Unterstützung von fünf Parteien an, eine neue Koalition zu führen", sagte ein Sprecher der Volksallianz für Demokratie (PAD) am Samstag. Da die PPP nach ihrem Verbot umgehend eine neue Partei, die Puea Thai, gründete, könnte sie theoretisch an der Macht bleiben.

Mit den abgeworbenen fünf kleinen Parteien käme die PAD Parlamentsdaten zufolge nun auf 229 Stimmen, Puea Thai auf 219. Die PAD bemüht sich zudem um weitere Überläufer. Um ihre Forderung nach Rücktritt zu unterstreichen, hatte die Opposition eine Woche lang die beiden Bangkoker Flughäfen blockiert und damit die Ausreise von 230 000 Touristen verhindert. Nach dem Verbot der PPP gab sie die Blockade auf. Die Opposition wirft Somchai vor, lediglich eine Marionette des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra zu sein.

Die Neuwahl des Ministerpräsidenten war eigentlich für Montag angesetzt, musste wegen der Erkrankung von König Bhumibol Adulyadej verschoben werden. Er hatte auf den Antrag auf Sondersitzung noch nicht reagiert. Auch eine mit Spannung erwartete Rede am Vorabend seines 81. Geburtstages konnte der König nicht halten. Viele Thailänder waren davon ausgegangen, dass der Monarch die traditionelle Ansprache zu einem Aufruf zur nationalen Einheit nutzen würde.

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