Machtkampf: Meuterei in Papua-Neuguinea gescheitert

Machtkampf
Meuterei in Papua-Neuguinea gescheitert

Die versuchte Meuterei in Papua-Neuguinea ist nach Regierungsangaben gescheitert. Die meisten Soldaten seien verhaftet worden. Im Land herrscht ein Kampf um die Regierungsspitze.
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Sydney/Port MoresbyIn Papua-Neuguinea ist eine von Ex-Regierungschef Michael Somare angezettelte Meuterei offenbar gescheitert. Etwa die Hälfte der 30 an der Meuterei beteiligten Soldaten sei unter Arrest, teilte der stellvertretende Premierminister Belden Namah am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Somare hatte am Morgen mit seinen Anhängern den Militärchef unter Arrest gestellt. Die australische Botschaft berichtete, dass Agwi im Laufe des Tages freigelassen wurde. Dem pensionierten Oberst Yaura Sasa, der die Meuterei anführte, drohe eine Anklage wegen Hochverrats, worauf die Todesstrafe steht, sagte der stellvertretende Premierminister.

Sasa gilt dabei als Handlager für den früheren Ministerpräsidenten Michael Somare, der wieder an die Macht kommen will. Somare war im August von dem jetzigen Regierunschef Peter O'Neill ersetzt worden. Seitdem dauert ein Machtkampf zwischen den beiden Politikern an. Der stellvertretende Premierminister Namah sagte, Somare habe „keinen Verstand“ und benutze „schurkische Soldaten, um seiner eigenen Habgier und Selbstsucht zu folgen“.

Zuvor hatte der ehemalige Oberst Yaura Sasa eine Presskonferenz gegeben und erklärt, das Parlament müsse Somare binnen einer Woche wieder zum Ministerpräsidenten machen. Sasa bezeichnete sich selbst als neuen Militärkommandeur. „Meine Aufgabe ist es, die Integrität und den Respekt der Verfassung und der Judikative wiederherzustellen“, sagte Sasa. Sollte sein Aufruf nicht befolgt werden, könnte er gezwungen sein, „notwendige Schritte“ zu unternehmen, die er nicht näher erläuterte. Sasa betonte, es handele sich nicht um einen Militärputsch. Er wolle lediglich die Verfassung durchsetzen.

Eine Sprecherin Somares bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass Sasa im Interesse des Ex-Regierungschefs und seines Lagers handele. Somare und sein Kabinett hätten den „neuen Chef der Streitkräfte“ eingesetzt.

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