Machtkampf mit Regierung: Argentiniens Zentralbankchef tritt zurück

Machtkampf mit Regierung
Argentiniens Zentralbankchef tritt zurück

Als Chef der Zentralbank vertrat Juan Carlos Fabrega einen strengen Kurs, um die hohe Inflation einzudämmen – im Gegensatz zum argentinischen Wirtschaftsminister Axel Kicillof. Nach knapp einem Jahr tritt Fabrega zurück.
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Buenos AiresDer argentinische Zentralbankchef Juan Carlos Fabrega hat nach monatelangem Machtkampf mit der Regierung das Handtuch geworfen. Sein Nachfolger wird der bisherige oberste Finanzmarktaufseher Alejandro Vanoli, teilte ein Sprecher der Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner am Mittwochabend (Ortszeit) mit.

Fabrega galt als Verfechter eines strengeren Kurses zur Eindämmung der Inflation, die mit 40 Prozent eine der höchsten der Welt ist. Er stand damit im Dauerkonflikt mit dem einflussreichen Wirtschaftsminister Axel Kicillof, der mit höheren Staatsausgaben die lahme Konjunktur beflügeln wollte.

Der Rücktritt löste ein Börsenbeben aus. Der Merval-Index brach um 8,2 Prozent ein. Auch die Kurse argentinischer Staatsanleihen gaben nach. „Das ist kein gutes Zeichen“, sagte Goldman-Sachs-Analyst Alberto Ramos zu dem Abtritt. „Fabrega wurde als mäßigende Stimme und als jemand wahrgenommen, der die Dynamik an den Finanzmärkten versteht.“

Ein Notenbank-Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Fabrega habe seinen Rücktritt „auf eine Weise vorgetragen, die eine Ablehnung unmöglich machte“. Er war erst im November vergangenen Jahres ernannt worden.

In Erinnerung bleibt vor allem die von ihm gesteuerte starke, aber geordnete Abwertung der Landeswährung Peso. Das war Fabregas erster und zugleich letzter großer Sieg über Wirtschaftsminister Kicillof, der sich dagegen vergeblich gestemmt hatte.

Vanoli übernimmt ein schwieriges Amt. Die ausländischen Währungsreserven, die von der Zentralbank kontrolliert werden, betragen nur noch 27,9 Milliarden Dollar. Das würde gerade ausreichen, um für etwa viereinhalb Monate die Importe zu bezahlen. Vanoli hat bislang die Eingriffe der Regierung in die Wirtschaft weitgehend verteidigt, ebenso den erhöhten Einfluss der Regierung auf private Unternehmen.

„Vanoli wurde berufen, weil er die Politik des Wirtschaftsministers weniger bremsen dürfte“, sagte Ernesto Ambrosetti, Chef der mächtigen Sociedad Rural Argentina, die einige der größten Agrarbetriebe vertritt. „Und das wird nicht gut sein für Argentinien.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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