Machtkampf
Nepalesische Opposition greift zu schärferen Mitteln

Trotz Zugeständnissen an die Opposition steht der nepalesische Alleinherrscher König Gyanendra weiter unter Druck. Maoistische Rebellen griffen nun mehrere staatliche Einrichtungen an und unterstrichen damit ihre Forderung nach der Abdankung des Regenten.

HB KATHMANDU. In der Stadt Chautara stürmten Hunderte Maoisten unter anderem ein Gefängnis und die Polizeiwache. Nach Armeeangaben kamen dabei ein Regierungssoldat und fünf Rebellen ums Leben. Chautara gilt als Hochburg der Maoisten, die auch weite Teile des Landes kontrollieren. Sie sind Teil der Koalition aus sieben Parteien, die sich gegen Gyanendra verbündet haben. Der Angriff vom Montag ist der erste, seit die Maoisten der Koalition beigetreten sind.

Auch in der Hauptstadt Kathmandu protestierten wieder Tausende trotz eines Ausgangsverbots gegen die Alleinherrschaft des Königs. Er hatte am Freitag den wochenlangen Demonstrationen im ganzen Land nachgegeben und der Koalition erste Zugeständnisse gemacht. So soll die Opposition in Zukunft den Ministerpräsidenten stellen dürfen. Gyanendras Gegner sehen darin ein Ablenkungsmanöver. Sie fordern eine grundlegende Verfassungsänderung, um die Macht der Königs dauerhaft einzuschränken. Für Dienstag hat die Opposition zu Massendemonstrationen aufgerufen.

Gyanendra hatte 2002 das nepalesische Parlament aufgelöst. Seine selbsterklärte Absicht war es, die maoistische Bewegung zurückzudrängen. Der seit 1996 andauernde Bürgerkrieg zwischen Maoisten und Monarchie war im Februar wieder neu entbrannt, als der Monarch die Regierung auflöste und die Alleinherrschaft an sich riss. Das politische Klima in Nepal ist vergiftet, weil sich beide Seiten in der Vergangenheit nicht an Abkommen gehalten haben und der jeweils anderen Seite nicht über den Weg trauen.

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