Machtkampf
Pakistans Ex-Ministerpräsident droht mit Regierungs-Austritt

Offener Machtkampf in der Regierungskoalition Pakistans: Wenige Tage nach dem Rücktritt des Präsidenten Pervez Musharraf droht Ex-Ministerpräsident Nawaz Sharif mit dem Rückzug seiner Partei aus dem Bündnis. Seine Forderungen stoßen der größten Regierungspartei offenbar übel auf.

HB SINGAPUR. Ex-Ministerpräsident Nawaz Sharif drohte mit dem Rückzug seiner Partei aus dem Bündnis, sollte die Regierung nicht bis Freitag die Wiedereinsetzung der von Musharraf entlassenen Richter beschließen. „Wir wollen die Regierung nicht stürzen", sagte Sharif dem „Wall Street Journal" vom Donnerstag. „Aber wir haben dann keine andere Wahl, als in die Opposition zu gehen." Musharraf war am Montag zurückgetreten, um einem von der Regierung angestrebten Amtsenthebungsverfahren zuvorzukommen. Der Chef der Pakistanischen Volkspartei (PPP), der größten Regierungspartei, Asif Ali Zardari, habe ihm zugesagt, dass die Richter binnen 24 Stunden nach einer Amtsenthebung Musharrafs wieder eingesetzt würden, sagte Sharif. „Wir haben ihn bei der Amtsenthebung unterstützt. Nun ist er an der Reihe, uns bei der Wiedereinsetzung der Richter zu unterstützen." Experten zufolge zögert die PPP jedoch mit der Entscheidung, weil sie befürchtet, dass der ebenfalls entlassene oberste Richter eine im vergangenen Jahr ausgehandelte Amnestie für die Parteispitze infrage stellen könnte. Auch ohne die Pakistanische Muslim-Liga von Sharif dürfte die PPP aber über genügend Rückhalt im Parlament verfügen.

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