Machtmissbrauch
Interpol sucht libyschen Ex-Geheimdienstchef

Die internationale Polizeibehörde Interpol fahndet nach Abdullah al Senussi. Dem ehemaligen Geheimdienstchef des früheren libyschen Machthabers Gaddafi wird unter anderem wegen Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen.
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LyonAuf Antrag Libyens hat die internationale Polizeibehörde Interpol am Sonntag eine sogenannte Rote Notiz für den ehemaligen Geheimdienstchef des früheren Machthabers Muammar al Gaddafi an ihre 190 Mitglieder herausgegeben. Damit kann international nach Abdullah al Senussi gefahndet werden, der am Samstag in Mauretanien festgenommen wurde. Der Schritt ist gleichzusetzen mit einem internationalen Haftbefehl.

Der Fahndungsaufruf wegen Betrugsvorwürfen, darunter die Veruntreuung von Staatsgeldern und Machtmissbrauch zur persönlichen Bereicherung, sei zusätzlich zu der Suchnotiz vom September 2011 herausgegeben worden, die der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) für al Senussi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beantragt habe, hieß es auf der Interpol-Website.

Die Polizeibehörde arbeite eng mit den Staaten in Nord- und Westafrika zusammen, um sicherzustellen, dass die Grenzschützer in der Region über die Rote Notiz informiert werden. „Die Rote Notiz für al Senussi ist ein deutliches Zeichen für (Libyens) Engagement in der internationalen Kooperation von Polizei und Justiz“, sagte Interpol-Generalsekretär Ronald Noble. Al Senussi wird für Angriffe auf Zivilpersonen während der Unruhen im vergangenen Jahr sowie einen Bombenanschlag auf ein französisches Verkehrsflugzeug 1989 verantwortlich gemacht. Neben dem IStGH will auch Frankreich dem früheren libyschen Geheimdienstchef den Prozess machen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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