Machtspielerei
Nordkorea feuert erneut Raketen ab

Mit dem erneuten Abschuss von Kurzstrecken-Raketen hat Nordkorea die internationale Gemeinschaft alarmiert. Der Start der fünf Raketen fiel fast zeitgleich mit dem Besuch des US-Flugzeugträgers „George Washington“ im südkoreanischen Busan zusammen.
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HB SEOUL. Mit dem Abschuss weiterer Raketen hat Nordkorea erneut für internationale Verärgerung gesorgt. Nach einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap feuerte das kommunistisch regierte Land am Montag fünf Kurzstreckenraketen ab. Zugleich habe es vor seiner Ostküste eine Sperrzone eingerichtet, die bis zum 20. Oktober für Schiffe nicht befahrbar sei.

Die Raketen seien von einer Abschussanlage an der Ostküste Richtung japanisches Meer (Ostmeer) aus gestartet worden, berichtete die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul.

Russland reagierte mit Fassungslosigkeit auf den jüngsten Schritt Nordkoreas. Der Raketenabschuss komme zur Unzeit, da Bemühungen im Gange seien, die Sechs-Parteien-Gespräche zum nordkoreanischen Atomprogramm wiederzubeleben, zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass Informanten aus dem Außenministerium in Moskau.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in einer ersten Stellungnahme, eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel bleibe das Ziel der USA. Die USA und ihre Verbündeten würden eine Fortsetzung des nordkoreanischen Atomprogramms nicht hinnehmen.

Es war der erste Start nordkoreanischer Raketen seit etwa drei Monaten. Die Führung in Pjöngjang hatte sich unlängst grundsätzlich bereiterklärt, die Atomverhandlungen mit Südkorea, den USA, China, Japan und Russland wieder aufzunehmen. Allerdings beharrt Nordkorea darauf, zunächst direkte Gespräche mit den Vereinigten Staaten zu führen. Der Start der fünf Raketen fiel fast zeitgleich mit dem Besuch des US-Flugzeugträgers „George Washington“ zusammen, der nach Medienberichten am Dienstag im südkoreanischen Busan einlaufen soll.

Nordkorea besitzt Hunderte Raketen kürzerer Reichweite, die die südkoreanische Hauptstadt Seoul und dessen dicht besiedelte Vororte mit insgesamt etwa 25 Millionen Menschen treffen können. Nach einem Atom- und mehreren Raketentests waren im Mai die internationalen Sanktionen gegen das arme und isolierte Nordkorea verschärft worden. Gemäß einer UN-Resolution ist Nordkorea der Abschuss von Langstreckenraketen verboten. Es gibt aber keine internationalen Abmachungen, die ihm das Abfeuern von Kurzstreckenraketen untersagt.

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