Machtwechsel
Hatoyama zum Regierungschef Japans gewählt

Der Regierungswechsel in Japan ist perfekt: Das Parlament hat den bisherigen Oppositionsführer Yukio Hatoyama erwartungsgemäß zum neuen Ministerpräsidenten des Landes gewählt. Damit endet die seit 50 Jahren fast ununterbrochene Herrschaft der Liberaldemokraten.

HB TOKIO. Das Unter- und das Oberhaus des nationalen Parlaments stimmten mit der Mehrheit der Demokratischen Partei Japans (DPJ) für den 62 Jahre alten Reformpolitiker. Hatoyama hatte die DPJ Ende August zu einem historischen Sieg bei der Wahl zum maßgeblichen Unterhaus geführt. Die Partei beendete dabei die mehr als 50 Jahre fast ununterbrochen andauernde Regierung der Liberaldemokratischen Partei (LDP) des bisherigen Ministerpräsidenten Taro Aso.

Hatoyama stammt aus einer Politikerdynastie: Schon der Großvater war Premier, sein Vater Außenminister, sein Bruder, der der LDP angehört, war Innenminister. Mit der DPJ tritt eine Partei in Japan die Macht an, die keine Regierungserfahrung hat. Die 1998 gegründete DPJ ist ein Sammelbecken aus LDP-Überläufern, Sozialdemokraten und Ex-Gewerkschaftern.

Hatoyama steht vor der großen Aufgabe, das Land aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit zu führen. Er will dazu die Macht der Bürokratie brechen und auf diese Weise staatliche Verschwendung bekämpfen. Er wollte noch am Mittwoch sein Kabinett vorstellen. Die Chefs der bisherigen Oppositionspartner, der Sozialdemokratischen Partei und der Neuen Volkspartei, sollen darin Posten bekommen. Neuer Außenminister der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt soll der 56-jährige bisherige Generalsekretär der DPJ, Katsuya Okada, werden.

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